Urft: Atombunker der Landesregierung nun für Besucher offen

Urft: Atombunker der Landesregierung nun für Besucher offen

Lange durfte kaum jemand rein, jetzt wird der frühere Atombunker der nordrhein-westfälischen Landesregierung in dem Eifelort Urft öffentlich. Innenminister Ingo Wolf (FDP) eröffne am 15. August die Bunkeranlage als Dokumentationsstelle, teilte der private Bunkerbesitzer Claus Röhling mit.

Danach finden samstags regelmäßig Führungen statt und in der Woche auf Anfrage. Bei einem atomaren Angriff wären der Ministerpräsident und ein Stab aus 200 Beamten in den Bunker nach Urft (Kreis Euskirchen) gezogen und hätten von dort aus das Management übernommen.

Der unterirdische Bunker liegt kaum sichtbar an einem Waldhang. Der Eingang wird durch zwei Garagentore getarnt. Im Ernstfall wäre der Bunker zur Stabsstelle für Maßnahmen wie Evakuierung ganzer Gebiete, Versorgung von Flüchtlingen oder Sicherung des Trinkwassers geworden. Die Anlage wurde in den 1960er Jahren gebaut und 1993 stillgelegt.

„Der Bunker ist ein Produkt des Kalten Krieges”, sagte Röhling. Der Bau dokumentiere den Einfluss des Kalten Krieges auf die Politik, auf das Militär und die Menschen. Besucher könnten die Funktion des Bunkers in den Räumen mit der Originalausstattung nacherleben. Einsehbar seien auch 100 Ordner mit Dokumenten unter anderem zur technischen Funktion des Bauwerks, das aus drei Meter dicken Außenmauern besteht.

Das Innenministerium NRW bezeichnete den Bunker als einzigartig. „Etwas vergleichbares gibt es nicht”, unterstrich Pressesprecher Ludger Harmeier.

Nach einem ersten Angebot im März gab es einen regelrechten Ansturm auf die Führungen. 2000 Interessenten standen auf den Wartelisten. Seitdem besuchten 1000 Menschen den Bunker. Für Jugendliche gibt es spezielle Führungen.