Armin Laschet: Ungeordneter Brexit gefährdet viele Jobs in NRW

Armin Laschet : Ungeordneter Brexit gefährdet viele Jobs in NRW

Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat einen ungeordneten Ausstieg von Großbritannien aus der EU als eine „große Gefahr“ für die Wirtschaft in Nordrhein-Westfalen bezeichnet.

„Neue Grenzkontrollen würden den Güterverkehr massiv beeinträchtigen“, sagte der CDU-Politiker dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ (Donnerstag).

„Jede Minute, die durch Grenzkontrollen verloren ginge, kann enorme Rückstaus in den Produktionsketten verursachen“, verdeutlichte er. Mit einem Handelsvolumen von über 22 Milliarden Euro sei das Vereinigte Königreich viertwichtigster Handelspartner von NRW. Hier hätten 1500 britische Unternehmen einen Sitz. Zudem gingen mehr als sechs Prozent der Exporte dorthin. „Ein chaotischer Brexit könnte daher auch viele Arbeitsplätze auch bei uns gefährden, etwa in der Branche der Automobilzulieferer“, unterstrich der Regierungschef.

Jetzt sei es wichtig, schnell Klarheit darüber zu gewinnen, welchen Kurs die Briten beim Brexit einschlagen wollen. „Das Ausstiegsdatum des 29. März 2019 steht eigentlich fest. Bis dahin haben wir nicht mehr viel Zeit. Jetzt ist hohe Verhandlungskunst in der EU gefragt, wenn die schlimmsten Folgen des Brexits abgewendet werden sollen.“

Das Landeswirtschaftsministerium teilte mit, dass es eine Hotline eingerichtet habe, über die Firmen Ansprechpartner erreichen könnten. „Darüber hinaus werden wir alles tun, damit ein geregeltes Brexit-Verfahren möglich wird und wir die traditionell sehr guten Beziehungen aufrecht erhalten können“, sagte NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) laut einer Mitteilung.

(dpa)
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