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Armin Laschet bricht Moria-Besuch aus Sicherheitsgründen ab

Moria-Besuch abgebrochen : Laschet erlebt in Lagern „Aufschrei der Verzweifelten“

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat einen Besuch im überfüllten Flüchtlingscamp Moria auf der griechischen Insel Lesbos aus Sicherheitsgründen abgebrochen. Anschließend sprach er von einem „Aufschrei der Verzweifelten“.

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat nach Besuchen in Flüchtlingscamps auf der griechischen Insel Lesbos von einem „Aufschrei der Verzweifelten“ gesprochen. Zuvor hatte Laschet am Dienstag einen Besuch im überfüllten Camp Moria auf Anraten des örtlichen Sicherheitschefs aus Sicherheitsgründen abgebrochen, nachdem sich Gruppen von Flüchtlingen versammelten und in Sprechchören „Free Moria“ riefen.

„Die ganze Europäische Union muss jetzt wach werden“, sagte Laschet nach den Besuchen der Camps Moria und Kara Tepe auf Lesbos. Der Besuch in Kara Tepe lief ohne Zwischenfälle ab. Mehr als eineinhalb Stunden sprach Laschet dort mit Hilfsorganisationen.

Die deutsche EU-Ratspräsidentschaft biete die Chance, „eine dauerhafte Lösung“ für das Flüchtlingsproblem zu entwickeln, so Laschet. Europa dürfe die griechische Regierung, die Bewohner und die Behörden auf Lesbos nicht allein lassen. Auch NRW wolle seinen Beitrag leisten und besonders betroffene Kinder und deren engen Angehörigen in den nächsten Wochen ins Bundesland holen.

Deutschland sei sehr mit der Corona-Pandemie beschäftigt. In den Flüchtlingslagern habe die Pandemie aber noch eine ganz andere Bedeutung, weil die Menschen die Camps nur sehr eingeschränkt verlassen könnten und verhindert werden müsse, dass das Virus in die Lager gelange, sagte Laschet. Die Flüchtlinge erlebten eine „Situation der Perspektivlosigkeit“.

Laschet will sich im Dezember um den CDU-Bundesvorsitz bewerben und gilt damit auch als möglicher Kanzlerkandidat.

(dpa)