Düsseldorf: Arbeitslosigkeit bei Flüchtlingen in NRW niedriger als erwartet

Düsseldorf : Arbeitslosigkeit bei Flüchtlingen in NRW niedriger als erwartet

Die Arbeitslosigkeit der geflüchteten Menschen in Nordrhein-Westfalen ist deutlich niedriger als von der Arbeitsagentur zunächst erwartet. Derzeit seien an Rhein und Ruhr unter den 702.290 Arbeitslosen lediglich 54.000 Flüchtlinge registriert, teilte die Vorsitzende der NRW-Arbeitsagentur, Christiane Schönefeld, am Dienstag vor Journalisten in Düsseldorf mit.

Weitere 80.000 seien arbeitssuchend gemeldet, aber gegenwärtig in Weiterbildungsmaßnahmen.Ihre Behörde habe „mit einer höheren Arbeitslosigkeit geflüchteter Menschen gerechnet“, räumte Schönefeld ein. Viele der Flüchtlinge seien sehr motiviert und strebten eine regelmäßige Beschäftigung an.

Im Jahre 2017 seien landesweit 23.500 Geflüchtete in Arbeit vermittelt worden. Ohne das Engagement vieler Ehrenamtler in der Flüchtlingshilfe wäre dies nicht möglich gewesen.

Nach einem Höchststand im August 2017 sei die Zahl der arbeitslosen Flüchtlinge in NRW rückläufig, berichtete Schönefeld. Gründe dafür seien eine sinkende Zuwanderung, aber auch die immer häufigere Aufnahme von Beschäftigungen und Ausbildungen.

Gegenwärtig seien noch 80.000 geflüchtete Menschen in Sprach-, Integrations- und Qualifizierungskursen. Diese Kursteilnehmer drängten im kommenden Jahr auf den Arbeitsmarkt.

Damit würden die Herausforderungen in 2018 trotz rückläufiger Flüchtlingszahlen nicht geringer, betonte Schönefeld. Mit maßgeschneiderten Programmen und Fördermöglichkeiten würden Arbeitgeber von der Arbeitsagentur unterstützt, wenn sie geflüchteten oder auch geringqualifizierten Menschen eine Perspektive auf Arbeit böten. Viele Flüchtlinge müssten oftmals zunächst Hilfstätigkeiten ausüben, weil ihre berufliche Qualifikation aus dem Heimatland hier nicht anerkannt werde.

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