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Arbeitslosenzahl Aachen-Düren ist im Juni gesunken

Folgen der Corona-Krise : Arbeitslosenzahl in der Region ist im Juni leicht gesunken

Der Arbeitsmarkt im bevölkerungsreichsten Bundesland steht weiter deutlich unter dem Einfluss der Corona-Pandemie. In Nordrhein-Westfalen ist die Zahl der Arbeitslosen im Juni um 0,2 Prozent gestiegen. In der Region um Aachen, Düren und Heinsberg ist die Quote dagegen um 0,1 Prozent gesunken.

Die Zahl der Arbeitslosen ist im Juni in der Region um Aachen, Düren und Heinsberg im Vergleich zum Vormonat Mai von 7,4 Prozent auf 7,3 Prozent leicht gesunken. Insgesamt waren bis Ende Juni 43.1117 Menschen arbeitslos gemeldet, wie die Bezirksagentur Aachen-Düren berichtet. Im Vergleich zum Vorjahr (6,3 Prozent im Juni) erhöhte sich die Arbeitslosenquote um 1,0 Prozent.

„Auch im Berichtsmonat Juni, in dem sonst üblicherweise die Arbeitslosigkeit stärker zurückgeht, sind die Auswirkungen des Coronavirus auf die Zahl der von Arbeitslosigkeit betroffenen Menschen in unserer Region weiter deutlich spürbar“, sagt Ulrich Käser, Leiter der Arbeitsagentur Aachen-Düren. Doch die Zahl neu gemeldeter Arbeitsstellen im Juni nahm gegenüber dem Vormonat zu.

In Nordrhein-Westfalen ist die Zahl der Arbeitslosen dagegen weiter ansteigen. Insgesamt waren zum Sommerstart in NRW knapp 771.000 Menschen arbeitslos gemeldet, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit am Mittwoch mitteilte. Das waren knapp 14.000 Personen mehr als im Mai und sogar gut 137.000 mehr als ein Jahr zuvor. Die Arbeitslosenquote stieg damit um 0,2 Prozentpunkte auf 7,9 Prozent. Zum Vergleich: Bundesweit lag die Arbeitslosenquote im Juni bei 6,2 Prozent.

„Erfreulich ist, dass auf dem regionalen Arbeitsmarkt, wenn auch auf niedrigerem Niveau, weiterhin eine deutliche Bewegung zu verzeichnen ist und insofern kein Stillstand herrscht. Im Monat Juni konnten immer noch 1.875 Menschen eine neue Beschäftigung aufnehmen. Im gleichen Zeitraum meldeten Arbeitgeber unserer Region 1.395 neue Stellen für eine Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt“, erläutert Käser.

An den zehn Standorten der Arbeitsagentur Aachen-Düren geht die Spanne der Arbeitslosenquote im Juni 2020 von 3,9 Prozent in Monschau bis 8,7 Prozent in Stolberg. Auch in Aachen (8,6 Prozent) und Eschweiler (7,9 Prozent) ist die Quote leicht gesunken. In Alsdorf (7,9), Düren (7,3 Prozent), Jülich (6,1 Prozent) ist die Zahl der Arbeitlosenquote gleich geblieben. In Erkelenz (6,0 Prozent), Geilenkirchen (7,1 Prozent) und Heinsberg (5,7 Prozent) ist die Quote jeweils um 0,1 Prozent gestiegen.

Der Arbeitsmarkt in NRW stehe weiterhin deutlich unter dem Einfluss der Pandemie, sagte der Vorsitzende der Regionaldirektion NRW, Torsten Withake. Ohne die Kurzarbeit wäre die Arbeitslosigkeit nach seinen Worten sogar noch deutlich höher. Immerhin hätten 35 bis 40 Prozent der Unternehmen in NRW von März bis April Kurzarbeit angezeigt. Dies habe viele Beschäftigungsverhältnisse gesichert. „Von Normalität am Arbeitsmarkt sind wir also noch ein Stück entfernt“, betonte er.

Trendwende auf dem Arbeitsmarkt?

Doch rechnet Withake noch in diesem Jahr mit einer Wende zum Besseren am Arbeitsmarkt. „Wir gehen davon aus: Sobald mehr konjunkturelle Stabilität in die Wirtschaft in NRW einzieht - auch als Wirkung des Konjunkturpakets des Bundes -, wird die Arbeitslosigkeit schon in diesem Jahr wieder zurückgehen und werden viele Menschen zurück in Arbeit finden“, sagte er.

Der Arbeitsmarktexperte sieht schon jetzt einige positive Trends. So sei der Anstieg der Arbeitslosigkeit im Juni schon deutlich geringer ausgefallen als in den stärker vom Lockdown geprägten Monaten April und Mai. Außerdem sei die Zahl der Menschen, die eine neue Arbeit aufnehmen konnten, im Vergleich zu den beiden Vormonaten wieder deutlich gestiegen. „Es ist wieder Belebung in den Arbeitsmarkt gekommen“, betonte Withake. Auch bei den Zu- und Abgangszahlen im Agenturbezirk Aachen-Düren erkennt man im Juni eine rege Bewegung auf dem Arbeitsmarkt. So konnten 1875 Menschen im Juni eine Beschäftigung nachgehen.

Im Juni gingen bei der Arbeitsagentur in NRW noch 4444 Anzeigen für mögliche Kurzarbeit für insgesamt 77.000 Beschäftigte ein - ein deutlicher Rückgang gegenüber den Vormonaten. Zum Vergleich: Im April waren bei der Arbeitsagentur noch fast 126.000 Anzeigen für mehr als 1,6 Millionen Personen registriert worden. Wie viele Arbeitnehmer in NRW tatsächlich von Kurzarbeit betroffen waren, wird sich allerdings erst in einigen Monaten sagen lasen. In der Städteregion Aachen, Kreis Düren und Kreis Heinsberg haben im Juni insgesamt 223 Unternehmen für insgesamt 2628 Menschen Kurzarbeit angemeldet.

Die Zahl der unbesetzten Ausbildungsplätze lag zum Start der Sommerferien in NRW trotz der Pandemie mit rund 45.500 nur knapp unter dem Niveau des Vorjahres. Dem standen laut Arbeitsagentur gut 50.000 Bewerberinnen und Bewerber gegenüber, die noch keine Lehrstelle hatten. Rund 10.000 davon hatten allerdings nach eigenen Angaben bereits eine Alternative zur Verfügung, falls es mit dem Ausbildungsplatz nicht klappen sollte.

(jas/juke/dpa)