Arbeiterwohlfahrt: 2500 Beschäftigte im Warnstreik

Kitas blieben geschlossen : 2500 Awo-Beschäftigte im Warnstreik

Geschlossene Kitas und Ganztagsbetreuungen: Knapp 2500 Beschäftigte der Arbeiterwohlfahrt (Awo) in NRW haben sich der Gewerkschaft Verdi zufolge am Dienstag an einem Warnstreik beteiligt.

Anlass war die zweite Tarif-Verhandlungsrunde am gleichen Tag. Die Beteiligung habe die Erwartungen deutlich übertroffen, sagte eine Verdi-Sprecherin. Eine Awo-Sprecherin bezeichnete die Streikbereitschaft als „eher zurückhaltend“.

An einer Kundgebung in Düsseldorf hätten sich fast 2400 Mitglieder beteiligt, teilte Verdi mit. Mehrere Kitas seien geschlossen geblieben. In Bochum und Herne seien es allein 25 von 29 gewesen.

Die Awo-Sprecherin hingegen sagte: „Landesweit hat der Warnstreik die pädagogische, pflegerische und soziale Arbeit der Awo nicht beeinträchtigt. Nur in einigen wenigen Regionen kam es vermehrt zu Schließungen von OGS und Kitas.“ So seien im Awo-Bezirk Ostwestfalen-Lippe von 118 Kitas nur zwei geschlossen gewesen, in Dortmund keine einzige der 16 Awo-Kitas. Im Bezirk Westliches Westfalen sei in den dortigen knapp 60 Seniorenzentren keine einzige Notdienstvereinbarung getroffen worden. „Die Versorung hat reibungslos funktioniert. Da wurde nur vereinzelt gestreikt.“

Mit dem Warnstreik wollte die Gewerkschaft ihren Forderungen bei den laufenden Tarifverhandlungen Nachdruck verleihen. Foto: dpa/Christophe Gateau

Die Awo beschäftigt in Nordrhein-Westfalen nach eigenen Angaben 65.000 Menschen in rund 3000 Einrichtungen, darunter 729 Kitas, 132 Seniorenzentren und 490 Offene Ganztagsbetreuungen.

Mit dem Warnstreik wollte die Gewerkschaft ihren Forderungen bei den laufenden Tarifverhandlungen Nachdruck verleihen. Verdi will eine Angleichung der Löhne an das Lohnniveau im öffentlichen Dienst erreichen und fordert zehn Prozent mehr Lohn. Die Laufzeit soll 13 Monate betragen. Die Arbeitgeber haben in der ersten Runde insgesamt sieben Prozent bei einer Laufzeit von 30 Monaten angeboten. In einem Brief an die Mitarbeiter hatte die Geschäftsführung den Warnstreik als „nicht verhältnismäßig“ bezeichnet.

(dpa)
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