Düsseldorf: Anschlag auf Düsseldorfer S-Bahnhof: Ralf S. früh unter Verdacht

Düsseldorf : Anschlag auf Düsseldorfer S-Bahnhof: Ralf S. früh unter Verdacht

Bereits unmittelbar nach dem Bombenanschlag an einem Düsseldorfer S-Bahnhof vor mehr als 16 Jahren hatten die Ermittler viele Hinweise auf den erst vor kurzem verhafteten Rechtsradikalen Ralf S.. Das hat der damalige leitende Ermittler Dietmar Wixfort am Dienstag vor dem NSU-Untersuchungsauschuss des NRW-Landtags eingeräumt.

„Darunter war aber nichts Konkretes. Er war der übliche Verdächtige, im Stadtteil bekannt wie ein bunter Hund”, sagte der Kriminalbeamte.

Die erste Durchsuchung bei Ralf S. sei damals nicht optimal gewesen. „Das war eher ein oberflächlicher Stubendurchgang, keine richtige Durchsuchung”, sagte der 58-Jährige. Erst bei der zweiten Durchsuchung, vor der man stundenlang auf den richterlichen Beschluss warten musste, sei reichlich Material beschlagnahmt worden.

Der 50-Jährige Ralf S. war in der vergangenen Woche festgenommen worden. Er soll am 27. Juli 2000 am S-Bahnhof Wehrhahn mit einer selbstgebauten Rohrbombe ein Bombenattentat aus Fremdenhass verübt haben. Dabei waren zehn Menschen, überwiegend jüdische Einwanderer aus Osteuropa, verletzt worden.

Ein Metallsplitter drang in den Bauch einer schwangeren Frau und tötet ihr ungeborenes Baby. Dem Verdächtigen wird zwölffacher versuchter Mord vorgeworfen.

(dpa)