Aachen/Gangelt: Anklage: Zweijährigen Sohn vor laufender Kamera vergewaltigt

Aachen/Gangelt: Anklage: Zweijährigen Sohn vor laufender Kamera vergewaltigt

Wegen schweren sexuellen Missbrauchs seines zweijährigen Sohnes steht der 39-jährige Patrick B. aus Gangelt seit Mittwoch vor der 5. Großen Strafkammer des Aachener Landgerichts. Der Vater des Kleinen ist zusammen mit seinem 31-jährigen Komplizen aus Dänemark in 15 Fällen von schwerem sexuellen Missbrauch angeklagt.

Die Vorwürfe, die jetzt vor Gericht verhandelt werden, sind so schwerwiegend, dass beiden Männern bei einer Bestätigung der ihnen zur Last gelegten Taten hohe Strafen und möglicherweise anschließende Sicherungsverwahrung drohen. Die Taten sollen zwischen Juli 2016 und Juni 2017 begangen worden sein, die Männer wurden Ende Juni 2017 festgenommen.

Die Vorwürfe gegen die beiden Angeklagten - hier beim Betreten des Gerichtssaals am Mittwoch - sind so schwer, dass ihnen bei einer Verurteilung lange Haftstrafen und anschließende Sicherungsverwahrung drohen. Foto: Ralf Roeger

Der Mann aus Dänemark soll Patrick B. von seiner Wohnung aus über einen Skype-Chat Anweisungen für den Missbrauch des Kindes gegeben haben und die Aufnahmen dann über das Darknet der Pädophilen-Szene zur Verfügung gestellt haben.

Die Verlesung der Anklage durch Staatsanwältin Deborah Hartmann bestätigte schlimmste Befürchtungen. Demnach soll Patrick B. seinen zur Tatzeit erst zweijährigen Sohn im Haus in Gangelt meist früh abends vor dem Zubettgehen mal auf dem Wickeltisch, aber auch im Wohnzimmer der Familie auf brutalste Art und Weise vergewaltigt haben — immer auf Anweisung seines dänischen Chatpartners. Im vergangenen Sommer soll der Mann aus Dänemark sogar nach Gangelt gereist sein, wo die beiden Männer das Kleinkind laut Anklagte dann gemeinsam vergewaltigten.

Auch die Nichte missbraucht

Der aus den Niederlanden stammende Patrick B., der mit seiner Ehefrau, der Mutter des Kindes, in dem gemeinsamen Haus in Gangelt wohnte, äußerte sich am Mittwoch vor der Kammer unter Vorsitz von Richterin Regina Böhme nur zu seiner Person, zu den Taten noch nicht.

Er sei in Den Helder in den Niederlanden geboren, seine Eltern seien später in das Grenzgebiet in Südlimburg gezogen. Er habe den Beruf des Automechanikers gelernt, aber nie in diesem Beruf gearbeitet sondern bei einer niederländischen Firma, die Pkw ins Ausland verkauft. Seine Frau sei Krankenpflegerin.

Laut Staatsanwaltschaft ist der Mann aus Gangelt nicht zum ersten Mal wegen sexuellen Missbrauchs angeklagt: Zwischen 2007 und 2009 soll er seine Nichte sexuell missbraucht haben, das Mädchen war damals ebenfalls erst höchstens zwei Jahre alt.

Auch sein Komplize sei einschlägig vorbestraft, bestätigte die Staatsanwaltschaft. Der 31-Jährige aus Dänemark, der im aktuellen Fall zudem wegen der Verbreitung von Kinderpornografie angeklagt ist, schweigt bislang zu den Vorwürfen.

Der Prozess wird am kommenden Mittwoch, 24. Januar, im Aachener Landgericht ab 9 Uhr mit Zeugenvernehmungen fortgesetzt.