Merzenich: Angst vor einer Eskalation im Hambacher Forst

Merzenich: Angst vor einer Eskalation im Hambacher Forst

Wenige Stunden vor dem „Tag des Baumes“ am Mittwoch hat RWE am Montag bekannt gegeben, ab Oktober große Flächen des Hambacher Forsts roden zu wollen. Nach Recherchen unserer Zeitung könnten bis zu 150 Hektar betroffen sein, von dem kleinen Waldstück am Tagebau Hambach bliebe danach kaum noch etwas übrig.

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Betroffen wären die meisten der etwa 30 Baumhäuser, die die Waldbesetzer dort seit 2012 errichtet haben.

Das dem linksextremen Spektrum zuzurechnende Aktionsbündnis „Ende Gelände“ hatte bereits im März angekündigt, durch „massenhaften zivilen Ungehorsam“ weitere Rodungen im Hambacher Forst verhindern zu wollen. Für Aachens Polizeipräsident Dirk Weinspach ist dies nichts anderes als der Aufruf zu „massenhaften Straftaten“, wie er in der Vergangenheit verschiedentlich betont hatte.

Auch Andreas Büttgen, Sprecher der Initiative „Buirer für Buir“ kündigte am Dienstag im Gespräch mit unserer Zeitung „große Protestaktionen“ im Vorfeld der am 1. Oktober beginnenden Rodungssaison an, die bis zum 28. Februar 2019 dauert. Was genau geplant ist, wollte Büttgen nicht weiter darlegen, dazu sei es noch zu früh.

Sollten weder das Oberverwaltungsgericht Münster noch das Verwaltungsgericht Köln, die jeweils eine Klage des Bund für Natur und Umweltschutz gegen die Genehmigung des Tagebaubetriebs verhandeln, einen weiteren Rodungsstopp verhängen, würde vom Hambacher Forst nicht viel übrig bleiben. Insbesondere würden viele der etwa 30 Baumhäuser geräumt und abgerissen werden, die die Waldbesetzer dort gebaut haben. Andreas Büttgen sagt: „Ich habe Angst davor, dass die Räumung der Baumhäuser Streitigkeiten mit sich bringt, wie wir sie hier noch nicht erlebt haben.“

Während RWE bereits mit der Planung für die Rodungen begonnen hat, die voraussichtlich mehrere Wochen in Anspruch nehmen werden, ist es für die verantwortliche Aachener Polizei noch zu früh. In der vorvergangenen Rodungssaison waren bis zu acht Hundertschaften im Hambacher Forst eingesetzt, um die Waldarbeiter vor den Waldbesetzern zu schützen. In diesem Jahr könnten sogar noch mehr Polizisten gebraucht werden, die zur Not eben „aus anderen Bundesländern angefordert werden müssen“, wie Andreas Müller am Dienstag erklärte, der Sprecher des Aachener Polizeipräsidenten ist.