Maastricht/Roermond: André Rieu klagt gegen Bußgeldbescheid

Maastricht/Roermond : André Rieu klagt gegen Bußgeldbescheid

Der niederländische Walzerkönig und Stargeiger André Rieu, der in den Niederlanden wegen Kinderarbeit zur Zahlung eines Bußgeldes in Höhe von 233.000 Euro verurteilt ist, klagt gegen diesen Bußgeldbescheid.

Hintergrund: André Rieu ließ im Jahr 2015 bei zahlreichen Auftritten seines Orchesters den bekannten rumänischen Panflötisten Gheorghe Zamfir mit seinem Orchester und seiner Tanzgruppe auftreten. In dem Orchester spielten Jugendliche Flöte. Auch in der Tanzgruppe befanden sich Minderjährige.

Das gefiel dem niederländischen Jugendschutzamt gar nicht. Es verhängte gegen André Rieu und dessen Produktionsgesellschaft ein saftiges Bußgeld in Höhe von 3000 Euro je minderjährigem Jugendlichen, und das je Auftritt, insgesamt 233.000 Euro.

Am Dienstag begann vor einem Gericht in Roermond die Verhandlung des Widerspruchs von Rieu gegen diesen Bußgeldbescheid. Das Jugendschutzamt ist inzwischen bereit, die Summe zu halbieren, doch André Rieu findet die Summe immer noch viel zu hoch und außerdem „unredlich“. Denn nicht er, sondern Gheorghe Zamfir habe die minderjährigen Jugendlichen während der Rieu-Konzerte auftreten lassen. „Nicht André Rieu, sondern Gheorghe Zamfir ist für diese Auftritte der minderjährigen Flötisten und Tänzer verantwortlich“, plädiert Sander Lely, der Anwalt von André Rieu.

Das Jugendschutzamt hält dagegen, dass André Rieu das Konzert mit den Jugendlichen und dem Orchester von Gheorghe Zamfir in Maastricht veranstaltet habe. Also sei Rieu dafür verantwortlich, dass die Minderjährigen teilweise bis Mitternacht auf der Bühne standen, spielten und tanzten.

Rieu ärgert sich über die Vorgehensweise des niederländischen Jugendschutzamtes. Er wirft ihm vor, das Bußgeld bewusst in die Höhe getrieben zu haben. Das Gericht in Roermond will am 4. Dezember sein Urteil sprechen.