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Amad A.: Untersuchungsausschuss des Landtags prüft Ungereimtheiten

Unschuldig eingesperrt und gestorben : Untersuchungsausschuss geht Ungereimtheiten im Fall Amad A. nach

Im Fall des unschuldig eingesperrten und zu Tode gekommenen Syrers Amad A. stellt ein Gutachten die bisherigen Ermittlungen auf den Kopf. Der Untersuchungsausschuss des Landtags geht den Widersprüchen nun nach.

Im Fall des unschuldig eingesperrten und zu Tode gekommenen Syrers Amad A. setzt der Untersuchungsausschuss des Landtags an diesem Dienstag (14 Uhr) seine Arbeit fort. Eine Gutachterin hatte den bisherigen Ermittlungsergebnissen deutlich widersprochen.

In ihrem Gutachten an den Untersuchungsausschuss des Landtags führte die Expertin aus, dass die fälschliche Zusammenführung zweier Personen-Datensätze nicht der Grund seiner Verhaftung gewesen sein könne, weil diese erst drei Tage später erfolgt sei.

Der Syrer war den bisherigen Ermittlungen zufolge im Juli 2018 irrtümlich wegen eines Haftbefehls eingesperrt worden, der für den dunkelhäutigen Amedy G. aus Mali galt.

Der hellhäutige Amad A. hatte wochenlang in Kleve unschuldig im Gefängnis gesessen und schließlich in seiner Zelle selbst Feuer gelegt. Dabei erlitt der 26-Jährige so schwere Verbrennungen, dass er im September 2018 in einer Klinik starb.

Die Ermittlungen gegen die Polizisten, die den 26-Jährigen festgenommen hatten, waren eingestellt worden. Sie hätten bei ihren Datenabfragen fehlerhafte Angaben erhalten. Dieser Version widersprach die Gutachterin deutlich: Am Tag seiner Festnahme gebe es nichts, dass ein „Versehen“, oder eine Verwechslung erklären könne.

Die Eltern des 26 Jahre alt gewordenen Syrers haben gegen die Einstellung der Ermittlungen Beschwerde eingelegt. „Ein Zufall ist völlig abwegig und auch Schlamperei reicht als Erklärung für das Geschehene nicht aus“, hatte ihr Anwalt Sven Forst gesagt. Die Personendateien von Amad A. und Amedy G. seien „gezielt nachbearbeitet“ worden. Am Dienstag sollen dazu weitere Zeugen vernommen werden.

(dpa)