Trotz Waffenfund: Als gefährlich eingestufter Islamist nicht festgenommen

Trotz Waffenfund : Als gefährlich eingestufter Islamist nicht festgenommen

Ermittler haben bei einem als besonders gefährlich eingestuften Islamisten in Düsseldorf eine Pistole mit Schalldämpfer und Munition entdeckt. Dennoch sei der Versuch gescheitert, den 31-jährigen hinter Gitter zu bringen - und das bereits zum zweiten Mal.

Dies berichtete ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft in Düsseldorf am Dienstag auf Anfrage. Der „Spiegel“ hatte zuerst berichtet.

Der abgelehnte Asylbewerber verfüge über einen festen Wohnsitz, deswegen bestehe keine Fluchtgefahr, habe ein Haftrichter nach dem Waffenfund Ende April entschieden und den Haftbefehl gegen den Mann gegen Auflagen weiter außer Vollzug gelassen.

Gegen den Islamisten wird seit längerem wegen Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz ermittelt, weil er auf einem Foto mit einem Sturmgewehr der Marke Kalaschnikow zu sehen ist. Nach dem Fund der Pistole kam nun ein weiteres Verfahren wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz hinzu, wie die Generalstaatsanwaltschaft mitteilte.

Wenige Wochen nach dem Waffenfund in seiner Wohnung war der Mann nachts nach dem Versuch, die Haustür eines Mehrfamilienhauses aufzubrechen, festgenommen worden. Inhaftiert wurde er dennoch nicht, ein Haftrichter stufte die Manipulationen an der Haustür als Sachbeschädigung ein.

Laut „Spiegel“ ist der Mann 2004 vermutlich aus Tschetschenien nach Deutschland gekommen und seither mehrfach straffällig geworden. Obwohl sein Asylantrag bereits nach einem Jahr abgelehnt worden sei, könne er nicht abgeschoben werden. Nach Auskunft der russischen Behörden ist er dort unbekannt. Die deutschen Behörden bekämen keine Passersatzpapiere für ihn.

(dpa)
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