Nottür am Düsseldorfer Flughafen offen: Alle Gates mussten zeitweise geräumt werden

Nottür am Düsseldorfer Flughafen offen : Alle Gates mussten zeitweise geräumt werden

Das Eindringen eines Unbekannten in den Sicherheitsbereich des Düsseldorfer Flughafens hat erhebliche Folgen ausgelöst. Die Flugsteige mussten geräumt und zahlreiche Flüge gestrichen werden. Etwa 6500 Passagiere, die schon die Kontrollen passiert hatten, mussten am Freitagmorgen wieder zurück in den öffentlichen Bereich, wie ein Airportsprecher sagte.

Es kam zu erheblichen Verzögerungen und Verspätungen. Von den 634 für Freitag geplanten Starts und Landungen wurden bis zum Nachmittag 48 Flüge gestrichen. Eine Maschine, die in Düsseldorf landen sollte, wurde zum Airport Köln/Bonn umgeleitet.

Reisende wurden gebeten, sich rechtzeitig über den Status ihres Fluges am Freitag zu informieren. Noch den gesamten Tag über sei mit Störungen des Flugbetriebs zu rechnen. Am Samstag sollte der Flugbetrieb wieder planmäßig laufen.

Obwohl der Mann, der die alarmgesicherte Tür öffnete, verschwunden blieb, schloss die Bundespolizei einen terroristischen Hintergrund aus. Der Eindringling war von einer Überwachungskamera aufgenommen worden. In der Folge hätten auch ein 22-Jähriger mit Reiseziel Schweiz und ein 52-Jähriger mit Ziel Griechenland die Tür passiert. Beide wurden ausfindig gemacht, vernommen und müssen nun mit Schadenersatzforderungen rechnen.

Um den Sicherheitsbereich durch die Tür betreten zu können, sei es notwendig, eine Abdeckung hochzuklappen und eine Nottaste zu drücken. „Vielleicht wollte der Mann die Schlangen vor den Kontrollstellen umgehen“, sagte eine Polizeisprecherin.

Einige Passagiere, die bereits in der Maschine saßen, mussten diese wieder verlassen und sich einer erneuten Sicherheitskontrolle unterziehen. An den Kontrollstellen kam es dadurch zu langen Schlangen. „Das sind natürlich Mengen an Passagieren, die jetzt erstmal wieder durch alle Kontrollen müssen“, sagte eine Sprecherin der Bundespolizei unmittelbar danach.

Nicht nur abfliegende, auch ankommende Reisende waren betroffen. Passagiere in gelandeten Maschinen hätten zunächst im Flugzeug sitzen bleiben müssen, sagte die Polizeisprecherin.

Wenn eine Nottür geöffnet wird, greife eine Standard-Prozedur, die die Räumung aller drei Flugsteige vorsehe, teilte der Flughafen mit. Bundes- und Landespolizei sowie Zoll durchsuchten die Terminals mit Spürhunden nach gefährlichen Gegenständen. Düsseldorf ist der größte Flughafen Nordrhein-Westfalens und der drittgrößte in Deutschland. Am Freitag waren Flugbewegungen mit rund 75.000 Passagieren geplant.

Zuständig für die Sicherheitskontrollen der Passagiere ist an dem Flughafen die Essener Firma Kötter. Das Unternehmen schickte am Vormittag zusätzliches Personal an den Airport. Es wurden weitere Sicherheitsschleusen geöffnet, um den Rückstau aufzulösen.

„Im Sicherheitsbereich ist es noch sehr voll, aber es ist eine kontrollierte Lage - und weit entfernt vom Chaos“, sagte Firmenchef Peter Lange, der selbst vor Ort war. „Wir arbeiten auf Hochtouren, um die Tausenden Passagiere in Ruhe zu kontrollieren“, sagte er und betonte: „Sicherheit geht vor.“

Vereinzelt hätten die Reisenden Unverständnis, etwa wenn sie sich vorher im Sicherheitsbereich Trinkflaschen gekauft hatten und diese wieder abgeben mussten. Nach zwei Stunden konnten die Flugsteige gegen wieder freigegeben werden. Die Bundespolizei ermittelt wegen des „Missbrauches von Notrufen und Beeinträchtigung von Nothilfemitteln“.

(dpa)
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