Angebot der Polizei: Aktivisten klettern freiwillig vom Bagger

Angebot der Polizei : Aktivisten klettern freiwillig vom Bagger

Am Ende war es ein etwas ungewöhnliches Angebot, das die letzten Aktivisten am Sonntag bewegte, freiwillig vom besetzten Braunkohlebagger im Tagebau Hambach herunterzukommen. Die Polizei schlug vor, dass die Baggerbesetzer noch vor Ort Interviews mit Journalisten geben dürfen, wenn sie freiwillig herunterkommen.

Gegen 6.15 Uhr hatte Tagebaubetreiber RWE der Polizei mitgeteilt, dass sieben Aktivisten in den Tagebau Hambach eingedrungen seien und einen still stehenden Bagger besetzt hätten. Zwar wurde der Tagebaubetrieb nicht beeinträchtigt, die Polizei kam aber trotzdem, um die Aktivisten aus dem Tagebau zu bringen.

Die Aktivisten wollten laut Pressemitteilung „darauf aufmerksam machen, dass mit dem vorläufigen Rodungsstop nicht das Ende der zerstörerischen Kohlegewinnung einhergeht“. Sie hätten zwei Transparente am Bagger befestigt. Auf einen stehe „No jobs on a dead planet“ (“Auf einem toten Planeten gibt es keine Arbeitsplätze“), auf dem anderen heiße es „Mit die falschen trifft es oft, nicht mit Kumpel wollen wir Zoff“.

Die Aktivisten wiesen darauf hin, dass „der ständige Stellenrückbau“ von RWE „schon jahrelang geplant“ sei, er hänge „nicht mit der Besetzung“ des Hambacher Forsts und neuerdings auch einiger leerstehender Wohnhäuser in Kerpen-Manheim zusammen. „Im Gegenteil schaffen die Aktionen und der Widerstand im Hambacher Forst Arbeitsplätze im Sicherheitsbereich“, wie die Aktivisten erklärten. Die Polizei leitete Verfahren wegen Hausfriedensbruchs ein.

Klage gegen Bescheid der Polizei

Die Besetzung dürfte nur der Auftakt zu weiteren Aktionen gewesen sein, die für Ende der Woche geplant sind. Das Aktionsbündnis „Ende Gelände“ will ab Donnerstag gegen den Braunkohleabbau und für ein sofortiges Aussteigen aus der Braunkohleverstromung demonstrieren – auch mit illegalen Mitteln.

Allerdings gibt es immer noch Streit um den Ort des Protestcamps. Die Aachener Polizei hatte dem Aktionsbündnis eine Fläche auf der Merscher Höhe in Jülich zugewiesen. Eine „Ende Gelände“-Sprecherin kündigte am Wochenende an, gegen den Bescheid Klage erheben zu wollen. Es sei nicht einzusehen, dass „Tausende Aktivisten“ 30 Kilometer vom Hambacgher Forst entfernt campieren müssten, zumal es in der Nähe mehrere geeingnete Flächen gebe. Es könnte also sein, dass auch dieses Camp ein oder mehrere Gericht beschäftigen wird.

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