Hambach/Heppendorf: Aktivisten besetzen Gleise der Hambachbahn

Hambach/Heppendorf: Aktivisten besetzen Gleise der Hambachbahn

Rund 150 Braunkohlegegner haben am Samstagmittag die Gleise der Hambachbahn, die Braunkohle vom Tagebau zu den Kraftwerken bringt, besetzt und die Bahn zum Stillstand gezwungen. Zuvor waren die Aktivisten in einer angemeldeten Demonstration in Richtung Informationszentrum „Terra Nova“ gezogen.

Doch anstatt zum angeblichen Ziel weiterzugehen, rannten sie auf die Gleise. Dort äußerten sie lautstark ihre Kritik am Energiekonzern RWE und der Polizei. Als weitere Polizisten ankamen, setzten die Aktivisten ihren Protestzug auf den Gleisen fort, bis sie von der Polizei eingekesselt wurden.

Der Aufforderung, die Gleise zu verlassen, kamen nur wenige Aktivisten nach. Gegen 18 Uhr begannen die mehr als 100 Polizisten mit der Räumung der Gleise und trugen die Aktivisten den Bahndamm hinauf. Die Versammlungsteilnehmer wurden überprüft und zum Klimacamp-Gelände gebracht. Sieben Personen leisteten nach Polizeiangaben aktiven Widerstand und würden vorläufig in Gewahrsam genommen.

Die Räumung war erst nach Einbruch der Dunkelheit beendet. Am späten Abend nahm die Hambachbahn nach RWE-Angaben den Betrieb wieder auf. Die Energieversorgung sei nicht gefährdet gewesen, sagte Sprecher Manfred Lang. Das RWE habe angesichts des Dialogs mit den Aktivisten bei einer Gewerkschaftsveranstaltung aber auf einen anderen Ausgang der Aktionstage gehofft. Den wirtschaftlichen Schaden konnte der RWE-Sprecher am Sonntag noch nicht beziffern. Die Aktivisten hatten die Störung der Braunkohleinfrastruktur schon vor Monaten angekündigt.

(smb)
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