Aktivisten besetzen Bagger im Tagebau Hambach

Polizei vor Ort : Aktivisten besetzen Bagger im Tagebau Hambach

Erneut sind Umweltaktivisten in den Tagebau Hambach eingedrungen und haben einen Braunkohlebagger besetzt. Doch das dürfte nur der Auftakt zu weiteren Protestaktionen gewesen sein, die für das Ende der Woche geplant sind.

Sechs Umweltaktivisten haben am Sonntagmorgen einen Braunkohlebagger im Tagebau Hambach besetzt. Das bestätigte die Aachener Polizei auf Anfrage unserer Zeitung. Gegen 6.30 Uhr habe Tagebaubetreiber RWE die Polizei darüber informiert, dass ein Bagger, der nicht in Betrieb war, von mehreren Menschen bestiegen worden sei.

Die Aktivisten wollen laut Pressemitteilung „darauf aufmerksam machen, dass mit dem vorläufigen Rodundsstop nicht das Ende der zerstörerischen Kohlegewinnung einhergeht”. Sie hätten zwei Transparente am Bagger befestigt. Auf einen stehe „No jobs on a dead planet” (Auf einem toten Planeten gibt es keine Arbeitsplätze), auf dem anderen heiße es „Mit die falschen trifft es oft, nicht mit Kumpel wollen wir Zoff”.

Die Aktivisten wiesen in ihrer Pressemitteilung darauf hin, dass „der ständige Stellenrückbau„ von RWE „schon jahrelang geplant” sei, er hänge „nicht mit der Besetzung” des Hambacher Forsts und neuerdings auch einiger leerstehender Wohnhäuser in Kerpen-Manheim zusammen. „Im Gegenteil schaffen die Aktionen und der Widerstand im Hambacher Forst Arbeitsplätze im Sicherheitsbereich”, teilten die Aktivisten mit.

Am Vormittag hatte die Polizei einen der sechs Besetzer dazu bewegt, den Bagger freiwillig zu verlassen. Der Einsatz dauere an, sagte Sandra Schmitz, Sprecherin der Aachener Polizei.

Die erneute Baggerbesetzung dürfte der Auftakt zu einer Reihe von anderen, gegen RWE geplanten Aktionen sein. Ab Donnerstag wollen Tausende Aktivisten des Aktionsbündnisses „Ende Gelände” ins Rheinische Revier kommen. Obwohl noch nicht feststeht, wo sie ihr Camp errichten können, hat das Bündnis erneut „Aktionen zivilen Ungehorsams” und die Blockade von Braunkohleinfrastruktur angekündigt. Nach Einschätzung des Aachener Polizeipräsidenten Dirk Weinspach ist „ziviler Ungehorsam” lediglich eine beschönigende Umschreibung für „Straftaten”.

Mehr von Aachener Nachrichten