Aachen: Aktiver Einsatz für deutsch-französische Freundschaft

Aachen : Aktiver Einsatz für deutsch-französische Freundschaft

Das Band mit der kunstvollen Rosette ist azurblau, der blanke Stern strahlt golden und ist gleichfalls mit blauer Emaille verziert: In Anwesenheit einer ausgewählten Gästeschar, zu der auch die französische Honorarkonsulin Angelika Ivens, Direktorin des Institut Français, gehörte, hat Paul Neeteson am Montag den Orden „Pour le Mérite National“ im Namen des Staatspräsidenten aus der Hand von Philippe Étienne, französischer Botschafter in Berlin, erhalten.

Die Verleihung fand im stilvollen Gartensaal des Aachener Institut Français statt. Neeteson ist Vorsitzender des Vereins des Deutsch-Französischen Kulturinstituts Aachen und war bis 2013 Generaldelegierter der Saint-Gobain-Unternehmensgruppe in Mitteleuropa.

Es ist ein feierlicher und ernster Moment: Der Botschafter heftet dem neuen „Offizier“ den Orden ans linke Revers, der so mit „Les insignes d‘officier dans L‘Ordre National Du Mérite“ ausgestattet ist. Eine winzige blaue Rosette bleibt im Ordenskästchen — sie ist als kleines Accessoire für passende Anlässe vorgesehen.

In seiner Laudatio geht der Botschafter zunächst auf Paul Neetesons beruflichen Lebensweg ein, der einerseits international geprägt sei, von Anfang an aber auch eine außergewöhnliche Liebe zur deutsch-französischen Freundschaft gezeigt habe.

Als Generaldelegierter von Saint-Gobain habe Neeteson die geschäftlichen Entwicklungen im Sinne einer Völkerverständigung ausgebaut und gepflegt. „Das ist außergewöhnlich“, betont Étienne. „Das Herz von Saint-Gobain schlug durch Paul Neeteson franco-allemand.“

Paul Neeteson als Vorsitzender des Vereins Institut Français — für den Botschafter eine ideale Aufgabe, um das große Engagement des neuen „Offiziers“ fortzusetzen, nun im Ruhestand mit noch mehr Zeit.

In diesem Zusammenhang dankt Étienne der Stadt Aachen für ihre beständige Förderung des Kulturinstituts und nicht zuletzt für die aktive Pflege der Städtepartnerschaft zwischen Aachen und Reims. „Ich habe kürzlich mit dem Oberbürgermeister von Reims gesprochen“, erzählt der Botschafter. „Er ist begeistert.“

Dann der Moment der Verleihung, dem nicht nur die üblichen Dankesworte Neetesons folgen. Der Niederländer erinnert in diesem Zusammenhang an seinen Vater, einen „überzeugten Frankophilen und Europäer“. Frühzeitig habe er ihm französische Sprache und Kultur nahegebracht. Nach seiner Zeit als Entwicklungsberater bei der UNO in Zentralafrika hatte sich Paul Neeteson 1977 der Saint-Gobain-Gruppe zugewandt, wo bereits sein Vater (1969-1979) Generaldelegierter in Aachen war.

Für das Institut Français wird er sich weiterhin einsetzen. „Die Finanzierung ist nicht leicht, Sponsoren sind wichtig“, betont er. „Saint-Gobain hat stets zu den Förderern gehört.“

Mit dem Orden „Pour le Mérite National“ wird Neeteson, der zudem gewähltes Mitglied im Karlspreisdirektorium der Stadt Aachen ist, in einen Kreis aufgenommen, der sich, wie Étienne betont, um Frankreich sehr verdient gemacht hat.

„Eine hohe Auszeichnung für eine Lebensleistung“, sagt er und verrät: „Botschaft und Generalkonsulate machen uns auf solche Menschen und potenzielle neue Ordensträger aufmerksam, die aus allen Lebensbereichen kommen.“