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Herzogenrather Maschinenbauer erwartet starkes Wachstum: Aixtron-Aktionäre können mit Dividende rechnen

Herzogenrather Maschinenbauer erwartet starkes Wachstum : Aixtron-Aktionäre können mit Dividende rechnen

Der Hunger von Industrie und Menschen nach immer schnellerer Datenübertragung und neuester Unterhaltungselektronik treibt den Herzogenrather LED- und Chipindustrieausrüster Aixtron an.

Erstmals seit zehn Jahren werden die Aktionäre des Spezialanlagenherstellers Aixtron wieder mit einer Dividende rechnen können. Vorstand und Aufsichtsrat wollen der Hauptversammlung am 19. Mai eine Ausschüttung von elf Cent je Aktie vorschlagen. Damit nehmen die Aktionäre ganz konkret Teil an der positiven Entwicklung des Herzogenrather Unternehmens, die sich in den am Donnerstag vorgestellten Kennzahlen für das abgelaufene Jahr und in den Erwartungen an das laufende Jahr widerspiegelt.

Im abgelaufenen Jahr profitierte Aixtron auch von einem sehr starken vierten Quartal. So übertraf der Auftragseingang im Gesamtjahr mit 301,4 Millionen Euro schließlich den Wert des Vorjahres um 30 Prozent. Der Auftragsbestand kletterte auf 150,9 Millionen Euro. Der Umsatz lag mit 269,2 Millionen Euro zwar nur leicht über dem des Vorjahres, legte aber im Schlussquartal um 69 Prozent gegenüber dem Vorquartal zu. Absolut erwirtschaftete der im MDax gelistete Konzern 2020 ein Nettoergebnis von 34,5 Millionen Euro (plus sechs Prozent gegenüber 2019) und ein operatives Ergebnis vor Steuern und Zinsen von 34,8 Millionen Euro – elf Prozent weniger als 2019. Das lag aber auch an höheren Ausgaben für die Weiterentwicklung der Technologie. Rund 22 Prozent des Umsatzes wurden in Forschung und Entwicklung investiert. Mehr als ein Drittel der zum Jahresende 728 Beschäftigten arbeitet in diesem Bereich.

Aixtron-Vorstand Felix Grawert hob im Gespräch mit unserer Zeitung diese „strategischen Investitionen“ hervor. „Wir bewegen uns in Zukunftsmärkten mit Megatrends, die uns antreiben. Und jeder dieser verschiedenen Märkte mit unterschiedlichen Endanwendungen braucht individuelle Ausprägungen. Der Aufwand in Forschung und Entwicklung, den wir vor allem am Stammsitz in Herzogenrath betreiben, ist entsprechend hoch. Das bleibt das Herz von Aixtron.“

Laser für die ultraschnelle optische Datenübertragung, neuartige und vor allem energieeffiziente Leistungselektronik, Bauteile für den Ausbau des 5G-Netzes, Elektromobilität oder auch neue Bildschirmtechnologien für hochbrillante Großdisplays: Das sind einige der Zukunftsmärkte, für die Aixtron Spezialmaschinen herstellt. Die Zeichen stehen dabei auf Wachstum. So erwartet das Management für das laufende Jahr eine Steigerung der Auftragseingänge auf 340 bis 380 Millionen Euro und ein Plus beim Umsatz von bis zu gut einem Drittel auf 320 bis 360 Millionen Euro. Davon sollen rund 16 Prozent als Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) hängen bleiben, nach 13 Prozent 2020.

Die Erwartung des Vorstands ist klar: Umsätze und Gewinne sollen auch in Zukunft steigen. „Wir entwickeln Nachfolgeprodukte für jedes Marktsegment, in dem wir uns bewegen“, sagte Grawert. „So werden wir auch in Zukunft unsere Positionen festigen beziehungsweise ausbauen können.“ Nicht nur für die Aktionäre sind das gute Aussichten.