1. Region

„Nazi-Sprech“: AfD NRW berät auf Krisensitzung über Parteiausschlüsse

„Nazi-Sprech“ : AfD NRW berät auf Krisensitzung über Parteiausschlüsse

Nationalistische Parolen von Parteimitgliedern führen die ohnehin zerstrittene nordrhein-westfälische AfD in eine Zerreißprobe.

Bei einer Landesvorstandssitzung soll deswegen am Dienstag in Düsseldorf auch über Parteiausschlüsse beraten werden.

„Uns ist daran gelegen, den Mitgliedern und der Öffentlichkeit zu signalisieren, dass wir solche Umtriebe stärker bekämpfen werden“, sagte der Sprecher der AfD NRW, Martin Schiller, am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf. Zuvor hatte die Funke-Mediengruppe über die anstehende Krisensitzung berichtet.

Jüngster Anlass sind parteiinterne Dokumente und WhatsApp-Chats, die dem WDR-Politik-Magazin „Westpol“ zugespielt worden waren. Demnach soll ein AfD-Mitglied geschrieben haben: „Warum sollte man nichts mit dem 3. Reich zu tun haben?? Es ist doch unsere Geschichte! Nur schämen muss man sich nicht dafür!!“ Ein Anderer habe geäußert: „Ohne einen Bürgerkrieg light wie bei Erdogan wird es nicht laufen.“ Ein AfD-Kreisvorsitzender habe über den Messengerdienst eine Hasen-Figur mit Hitler-Gesicht und Grüßen gepostet. Der Kerpener AfD-Politiker Theo Gottschalk nannte die Beiträge vor der Kamera „Nazi-Sprech“.

Der AfD-Landesvorsitzende Helmut Seifen will solche Funktionäre ihrer Ämter entheben oder sie ganz aus der Partei ausschließen. Allerdings steht er in tiefem Dissens zum Co-Vorsitzenden Thomas Röckemann, der als Sympathisant des thüringischen AfD-Rechtsaußen Björn Höcke gilt. Röckemann hatte Seifen kürzlich vorgeworfen, er schade der Partei mit „Mutmaßungen“ einer „Machtübernahme“ durch den rechtsnationalen sogenannten Flügel um Höcke.

(dpa)