Aachen: AC2-Innovationspreises geht an WWM aus Monschau

Aachen : AC2-Innovationspreises geht an WWM aus Monschau

„Ein Hauch Silicon Valley weht durch die Eifel.“ So war es im März an dieser Stelle zu lesen, als wir den nächsten Gast beim Unternehmer-Forum von IHK und unserer Zeitung vorstellten. Dort ging es dann um die Möglichkeiten der Digitalisierung in einem „alten“ Gewerbe.

Die WWM GmbH & Co. KG mit Sitz in Monschau betreibt genau das, und dafür wurde das Unternehmen am Donnerstag mit dem AC²-Innovationspreis Region Aachen ausgezeichnet. Die Laudatio hielt Städteregionsrat Helmut Etschenberg. WWM-Geschäftsführer Christian Coppeneur-Gülz nahm den Preis, eine Skulptur des Künstlers Rolf Jägersberg, aus den Händen von NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart entgegen, der als Schirmherr der Veranstaltung auch die Festrede hielt.

Als Coppeneur-Gülz die Geschäftsführung 2005 von seinem Vater übernahm, war das Unternehmen erfolgreich im Messebau und mit mobilen Messeständen aktiv. Der studierte Wirtschaftsinformatiker hat diese Bereiche um ein digitales Geschäftsmodell ergänzt. Das Ergebnis ist die Online-Plattform ExpoCloud, auf der Messestände und Events vollständig digital und in 3D geplant und umgesetzt werden können.

Mehr noch: Eine Software erfasst „datenschutzkonform und automatisiert“ Smartphones von Messebesuchern und gibt den Standbesitzern Einblicke in deren Verhalten. Wie lange bleiben sie am Stand? Kehren sie zu einem bestimmten Zeitpunkt wieder? Über Soziale Netzwerke können Standbesucher sogar nach der Messe crossmedial beworben werden. Für Innovationen wie diese hat Coppeneur-Gülz 2016 das WWM-Lab eröffnet, in dem „spielerisch“ Ideen entwickelt werden. Hier weht der Geist der kalifornischen Innovatoren. Der Jubel über den Preis war am Donnerstag dann aber eher bodenständig.

Gründerpreis an InnoVitro

Doch nicht nur die Monschauer hatten Grund zur Freude. Vor rund 600 Gästen wurden bei der AC²—Preisverleihung im Krönungssaal des Aachener Rathauses, moderiert von Stadtsprecher Bernd Büttgens, weitere Geschäftsideen ausgezeichnet — Gründungsprojekte und bestehende Unternehmen mit Wachstumsambitionen.

Mit dabei waren Matthias Goßmann und Peter Linder. Mit ihrem Projekt InnoVitro, einem Spin-off der Fachhochschule Aachen, das sie derzeit in Jülich gründen, wollen sie dazu beitragen, Tierversuche bei der Erforschung neuer Medikamente entbehrlich zu machen. Das Konzept ist so ausgereift, dass sie dafür den mit 10.000 Euro dotierten ersten Preis im AC²-Gründungswettbewerb gewannen.

Ihre Idee: An einem künstlichen Herzmuskelgewebe aus menschlichen Herzzellen und einer Trägermembran aus Spezialsilikon sollen Medikamente gegen Spätfolgen von Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems erprobt werden. Dabei geht es vor allem um die Messung von Zellkräften. Das Messgerät wird von einem Kooperationspartner hergestellt.

Der zweite Preis (7500 Euro) ging an das Team Spotilike aus Weilerswist mit Andreas Fiacco und Christian Herrmann, das lokale Geschäfte unter anderem mit einer Marketing-App bei der Digitalisierung und im Wettbewerb mit dem Onlinehandel unterstützt. Mit dem dritten Preis (5000 Euro) wurden Peter Heinen und Christiane Seidenspinner von KompetenzDemenz Jülich ausgezeichnet. Sie bieten ein individualisiertes Training für an Demenz erkrankte Menschen an, das ihnen ein möglichst langes Verbleiben im häuslichen Umfeld ermöglichen soll.

Wachstumspreis an GNS

1998 wurde die GNS-Electronics GmbH in Würselen gegründet. Geschäftsführer Bernd Bierwisch entwickelt und produziert mit seinem Team Hard- und Software für Navigationsgeräte für Straße, Luft und Wasser. Nun soll der Bereich der intelligenten Sprachsteuerung ausgebaut und die Mitarbeiterzahl auf 15 ausgebaut werden. Dafür gewann GNS in der AC²-Wachstumsinitiative (5000 Euro).

Zweiter (2500 Euro) in dieser Kategorie wurde die KKT Kaller Kunststoff Technik GmbH, die Kunststoffbehälter und Verschlüsse für die Lebensmittelbranche, chemische Industrie und den Kosmetikbereich herstellt und liefert. Das Unternehmen strebt neue Komplettlösungen sowie Prozessoptimierungen an. Dritter (1000 Euro) wurde die Euregio Office Solution GmbH. Das Aachener Familienunternehmen aus der Büromöbelbranche hat ein Home-Office-System in der Pipeline, das zum zehnjährigen Jubiläum in diesem Jahr präsentiert werden soll.

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