Aachen: Aachener Polizei fasst brutale Räuber

Aachen: Aachener Polizei fasst brutale Räuber

Die Aachener Polizei verzeichnet erste Erfolge im Kampf gegen die Serie von Raubüberfällen, die seit Anfang August die Bevölkerung beunruhigt. Sie hat vier junge Männer ermittelt, die einige dieser Taten begangen haben. Es handelt sich um drei 16 und 17 Jahre alte Marokkaner und einen Libyer, die als unbegleitete jugendliche Flüchtlinge nach Aachen gekommen sind.

Zwei von ihnen sitzen in Untersuchungshaft, einem werden von den Ordnungshütern nicht weniger als 15 Straftaten in diesem Jahr zur Last gelegt. Seit der Festnahme der Vier sind die Fallzahlen wieder rückläufig. Kriminaloberrat Wilhelm Sauer: „Die Spitze müsste gebrochen sein.“

Zumal die Beamten alle verfügbaren Mittel einsetzen, um der Räuber habhaft zu werden. Polizeipräsident Dirk Weinspach: „Die Serie beeinträchtigt das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung. Wir nehmen das sehr ernst und es erfüllt uns mit Sorge.“ Die Überfälle waren vor allem an den Wochenenden verübt worden, meist in der Nacht zum Sonntag. Opfer waren meist Männer, die alkoholisiert von einem Kneipenbesuch kamen, in dunkler Straße mit einem neuen Handy telefonierten und von meist mehreren Tätern von hinten überraschend und brutal angegriffen wurden.

Man solle sich lieber zu mehreren auf den Heimweg machen, rät die Polizei, die ihrerseits zu den fraglichen Zeiten mit Dutzenden Beamten im Einsatz ist, um eine sicheren Rückkehr zu ermöglichen und die Täter zu fassen, aber natürlich auch nicht zu jeder Zeit an jeder einsamen Stelle sein kann. Einer der Verhafteten war im Zuge einer Fahndung samt Beute gefasst worden, ein anderer von einem Opfer wiedererkannt worden.

Der Polizeipräsident warnt in diesem Zusammenhang vor einem Generalverdacht gegen die Gruppe von jugendlichen Flüchtlingen, von denen sich derzeit 416 in Aachen und Umgebung aufhalten (im letzten Jahr waren es nur 160). Von diesen seien nur 31 straffällig geworden, viele wegen eines Ladendiebstahls. Ihre Quote (7,4 Prozent) liege im Vergleich zur Gesamtzahl der Jugendlichen und Heranwachsenden (mehr als 20 Prozent bei den unter 21-Jährigen) weit niedriger: „Sie sind weit weniger kriminell und erheblich rechtstreuer. Diese Gruppe ist nicht das Problem und Maßnahmen gegen sie nicht die Lösung.“ Es handele sich um einzelne Straftäter, die bestraft werden müssten.

Weil die Opfer meist nur vage Angaben machen können, hat die Polizei wenig klare Täterprofile. Fest steht aber, dass mehrere Tätergruppen in wechselnder Besetzung oft in einer Nacht mehrere Überfälle begehen, allein im August waren es 29. Beteiligt seien auch Drogenabhängige und sozial schwache Jugendliche, sowohl deutsche als auch solche mit Migrationshintergrund. Man habe aber noch einige Ermittlungsansätze und hoffe auf die Aufklärung weiterer Straftaten aus der Serie.