Aachen: Aachener Bestatter soll sich selbst als Erbe eingesetzt haben

Aachen: Aachener Bestatter soll sich selbst als Erbe eingesetzt haben

Im Verfahren gegen den Aachener Bestatter Guido F. (47) ist am Mittwoch ein wichtiger Zeuge vor dem Schöffengericht zu Wort gekommen.

Bei dem Angeklagten, der in 34 Fällen schmutzige Geschäfte mit dem Tod gemacht haben soll, haben laut Staatsanwaltschaft diverse Familien bei Vorsorgeverträgen für den Todesfall eines Angehörigen hohe Geldsummen verloren.

Das lukrativsten Erbstück soll sich F. mit einem Haus im Aachener Ostviertel erschlichen haben. Hier hatte er zwischenzeitlich sogar sein Beerdigungsinstitut eingerichtet. Das Mietshaus war Eigentum einer 1925 geborenen Frau, die dort wohnte und im April 2009 starb.

F. habe sie vor dem Tode betreut, sei etwa für sie Einkaufen gegangen, bestätigte Zeuge Max G. (44). Dieser ist in Lahnstein mit einer Nichte der Verstorbenen verheiratet und musste damals die, wie sich herausstellte, recht unerfreulichen Erbschaftsangelegenheiten regeln. Er tat dies auch für seine Schwiegermutter und eine weitere weibliche Verwandte der Verstorbenen, die mit ihm in seinem Haus in Lahnstein leben.

Sechs Wochen nachdem er beim Aachener Nachlassgericht einen Erbschein beantragte, berichtete er am Mittwoch dem Vorsitzenden Richter Markus Vogt, tauchte plötzlich ein Testament auf. Danach sollte F. die Hälfte des Hauses bekommen. Was niemand wusste: Die alte Dame hatte auch Barvermögen. Zwar habe man sich über die Verfügung sehr gewundert, man habe sich jedoch damals bei einem Notar geeinigt, dass die Familie das Bare bekam. Dafür trat man die Hälfte des Hauses an den Angeklagten ab. Niemand hatte sich vorstellen können, dass Guido F. das Testament, wie ihm die Staatsanwaltschaft vorwirft, gefälscht haben sollte. Der Prozess geht am 2. Mai weiter.

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