Khumbu: Aachener am Mount Everest: Erster Vorstoß auf 7100 Meter

Khumbu: Aachener am Mount Everest: Erster Vorstoß auf 7100 Meter

Die beiden Aachener Alpinisten Paul Thelen und Eberhard Schaaf haben am Mount Everest erstmals das Lager 3 in 7100 Meter Höhe erreicht. Seit dem 14. April bereiten sie sich im 5465 Meter hoch gelegenen Basislager auf den Vorstoß zum 8846 Meter hohen Gipfel vor.

Nach einer Schlechtwetterperiode mit starkem Wind, Schneefällen und Tiefsttemperaturen um minus 15 Grad gelang ihnen jetzt die zweite Rotation, also Auf- und Abstieg zur Höhenanpassung: Vom Basislager durch den gefährlichen Khumbu-Eisfall ins Western Cwm, das mächtige Hochtal zwischen Everest, Lhotse und Nuptse, dann weiter zu den Lagern 2 und 3 und zurück.

Für den Gipfelsturm wartet die Expedition jetzt auf die Vorbereitung der Aufstiegsroute von Camp 4 bis zum Gipfel. Das kann bis zu einer Woche dauern.

In ihrem Blog für die Leserinnen und Leser unserer Zeitung schreiben Schaaf und Thelen:

„Zu unserer aller Überraschung zeigt sich das Wetter heute besser als der Wetterbericht voraussagte: Beim Wecken morgens um 6 Uhr wenig Wind, kein Schnee, kaum Wolken. Um 7 Uhr sind wir auf der Piste - wieder wie am Vortag ohne Steigeisen auf der sehr unangenehmen Geröllstrecke, dann mit Steigeisen auf dem moderat ansteigenden Gletscherrücken zum sogenannten Lhotse-Face. Hier beginnt die Herausforderung: Auf 690 Meter Höhe gilt es eine 200 Meter hohe Eiswand, Steigung rund 80 Grad, zu ersteigen.

Unter nahezu ausschließlicher Nutzung der beiden Frontzacken der Steigeisen gilt es, mit sehr großem körperlichen Aufwand Meter um Meter unsere Körper nach oben zu ziehen... Gott sei Dank kommt es... hin und wieder zu Staus, die uns wieder zu Atem kommen lassen. Endlich, nach zwei Stunden anstrengender Arbeit, haben wir gegen 12 Uhr die gelben Zelte von Camp 3 auf 7100 Meter erreicht.

Erschöpft, aber ein wenig stolz und glücklich - bei Paul ist diese Höhe ein neuer persönlicher Rekord, Eberhard war früher schon einmal über 1000 Meter höher - genießen wir erst jetzt die wunderbare Aussicht: nach oben der Everest zum Anfassen, zwar immer noch circa 1800 Meter vom Gipfel entfernt, nach unten das ganze Western Cwm vor uns ausgebreitet. Aus Akklimatisierungsgründen bleiben wir fast eine Stunde und beginnen dann den Abstieg vom Steileis. Müde aber zufrieden fallen wir in die kalten Zelte von Camp 2...

Gegen 7 Uhr verlassen wir das nicht besonders beliebte Camp 2. Die Stimmung ist gut, weil wir gestern unser Ziel erreicht haben; allerdings es ist ziemlich kalt und wir frieren an Fingern und Füßen. Nach gut einer Stunde erreichen wir Camp 1. Hier wird das (von einer Lawine) fast völlig zerstörte Camp wieder aufgebaut...

Der obere Teil des Eisfalls besteht aus schiefen, haushohen Türmen blauen Eises. Die Sherpas schaffen es immer wieder, eine mit Seilen abgesicherte Durchquerung dieses Labyrinth zu ermöglichen. Es gilt Spalten per Leitern zu überwinden, sich an steilen Eisplatten abzuseilen, durch schmale Eisspalten zu zwängen und senkrechte Stufen hochzuziehen. Scheinbar unendlich zieht sich der untere Teil des Gletschers in glühender Hitze noch einige Stunden hin und völlig ausgepowert erreichen wir gegen 13 Uhr das Base Camp.”

Die vollständigen Berichte finden Sie in unseren Leserblogs in der Rubrik „Weltweit”.