Würselen: „Aachen Olé“: Heino ist im Anflug auf Merzbrück

Würselen: „Aachen Olé“: Heino ist im Anflug auf Merzbrück

„280.000 Quadratmeter Gesamtfläche, 6700 Quadratmeter befestigte Vorfelder, Flugzeughallen (...) — dies alles sind Fakten, die den Verkehrslandeplatz Aachen Merzbrück geradezu als Veranstaltungsort prädestinieren.“ So bewerben die Betreiber ihren Flugplatz Merzbrück im Internet als Veranstaltungsort.

Mit Erfolg, wie es im Moment aussieht, denn derzeit spricht vieles dafür, dass der Flugplatz zwischen Würselen und Eschweiler eine neue Großveranstaltung bekommt: Das Schlagerfestival „Aachen Olé“, das in diesem Jahr rund 30.000 Menschen in die Aachener Soers gelockt hat, soll 2015 am 12. September am Flugplatz Merzbrück stattfinden.

Die Verträge sind zwar noch nicht unterschrieben und der Veranstalter Pro Event sowie die Städteregion als Besitzer des Flugplatzes hüllen sich noch in Schweigen. Doch ist es kein Geheimnis, dass beide Seiten großes Interesse haben, sich einig zu werden. Nach Informationen unserer Zeitung soll noch im Dezember ein detailliertes Verkehrs- und Sicherheitskonzept für die Veranstaltung erarbeitet werden. Das ist der vielleicht noch einzige verbliebene kritische Punkt. Denn „Aachen Olé“ dürfte mit seinem Zuschaueraufkommen von rund 30.000 Gästen die bisherigen vergleichbaren Großveranstaltungen deutlich übertreffen. Die Konzerte und Festivals auf dem Flugplatz Merzbrück hatten bislang eine Größenordnung von maximal 7000 Zuschauern.

Dennoch dürfte von Seiten der Städteregion vieles unternommen werden, um das Gelände für „Aachen Olé“ zu bereiten. Immer wieder war in der Vergangenheit der Flugplatz als Ort für Großveranstaltungen beworben worden. Objektiv bietet das Gelände alles, was eine Großveranstaltung braucht: große Fläche außerhalb bewohnter Gegend, trotzdem Nähe zum Oberzentrum Aachen und gute Verkehrsanbindung durch zwei Autobahnen. Das Schlagerfestival wäre nun gewiss eine Referenz, mit der sich die Städteregion und der Flugplatz Merzbrück gerne schmücken würde.

Eventmanager Markus Krampe, der in den vergangenen Jahren „Aachen Olé“ in der Aachener Soers etabliert hatte, könnte seinerseits die Suche nach einem alternativen Standort beenden und der Stadt Aachen zeigen, dass es auch noch andere Möglichkeiten für sein Festival in der Region gibt. Denn in den vergangenen Monaten hatte es zwischen Stadt Aachen und Krampe immer mal wieder Irritationen gegeben. Nachdem die Stadt ihm die Austragung von „Aachen Olé“ in der Soers 2015 untersagt hatte, warf Krampe den Verantwortlichen fehlenden Willen vor, das Festival in der Stadt zu halten.

Die Stadt Aachen begründete ihre Absage für 2015 damit, dass aufgrund von Reit-EM und Weltfest des Pferdesports bereits zwei Großveranstaltungen in der Soers stattfinden würden. Eine Dritte sei den Anwohnern nicht zuzumuten.

Nicht wenige vermuten, dass die Reit-EM ein willkommener Anlass für die Stadt Aachen ist, sich des Schlagerfestivals zu entledigen. So ganz glücklich schien man von Seiten der Stadtverwaltung mit „Aachen Olé“ nicht zu sein, denn auch die Austragung 2014 stand lange auf wackligen Beinen. Bis wenige Tage vor dem Termin hatte das Festival keine offizielle Genehmigung, weil Auflagen nicht erfüllt waren. Am Ende gab es die Genehmigung dann doch. Rund 30.000 feierten friedlich in der Soers. Vielleicht kommt in das Umfeld des Festivals ja mehr Ruhe, wenn es am Flugplatz Merzbrück stattfinden sollte. Die Schlager-Fans wird es jedenfalls freuen, wenn „Aachen Olé“ weiterhin besteht. Ein Zugpferd auf der Bühne gibt es ja schon für das Jahr 2015. Kein geringerer als Heino ist im Anflug auf Merzbrück.