Aachen/Eschweiler: A4: Flüchtlinge brechen erneut in Lastwagen ein

Aachen/Eschweiler : A4: Flüchtlinge brechen erneut in Lastwagen ein

Die Bundespolizei hat am Donnerstagmorgen drei illegale Einwanderer in der Nähe des Autobahnrasthofs Aachener Land aufgegriffen, drei weitere sind in ein nahe gelegenes Waldstück geflüchtet. Die Aachener Bundespolizei bestätigte am Vormittag entsprechende Informationen unserer Zeitung.

Die Bundespolizei hat Donnerstagmorgen drei illegale Einwanderer in der Nähe des Autobahnrasthofs Aachener Land aufgegriffen, drei weitere sind in ein nahe gelegenes Waldstück geflüchtet. Die Aachener Bundespolizei bestätigte entsprechende Informationen unserer Zeitung.

Die sechs Männer hatten offenbar auf den Ladeflächen zweier Lkw gesessen, die über Belgien in die Bundesrepublik gefahren waren. Den ersten Ermittlungen zufolge sind die Flüchtlinge auf einem Rasthof nahe Lüttich in die beiden Lkw eingebrochen. Die Lkw-Fahrer, die zusammen unterwegs sind, hatten dort offenbar die Nacht verbracht, erklärte Bernd Küppers, Sprecher der Aachener Bundespolizei.

Allerdings sei das Fluchtziel der Männer nicht Deutschland gewesen, sondern England. Wahrscheinlich hätten sich die Flüchtlinge versehentlich die polnischen Lkw ausgesucht, die in Richtung Deutschland fuhren.
Nach der Überfahrt über die belgisch-deutsche Grenze auf der A 44 hatten die Lkw-Fahrer Klopfgeräusche auf den Ladeflächen gehört, teilte Küppers weiter mit.

Das war gegen 6 Uhr. Die Polen seien weiter auf die A 4 Richtung Köln gefahren und hätten gegen 6.10 Uhr auf dem Rasthof Aachener Land bei Eschweiler angehalten. Als die Lkw-Fahrer ausstiegen, um die Türen zu den Ladeflächen zu öffnen, hätten sie jeweils drei Männer gesehen, die durch die bereits geöffneten Türen gesprungen seien und sofort die Flucht ergriffen. Die Lkw-Fahrer verständigten die Polizei.

Ein neues Phänomen

Den Aachener Bundespolizisten gelang es, drei der sechs Männer in der Nähe des Rasthofs zu finden. Zwei von ihnen kommen aus dem Sudan, 34 und 27 Jahre alt, einer kommt aus Eritrea (21). Nach den anderen drei Männern suchte die Bundespolizei unter anderem mit einem Hubschrauber, zunächst ohne Erfolg.

Die Beamten gingen am Donnerstag davon aus, dass die Flüchtlinge von den beiden Fahrern unbemerkt in die Lkw eingebrochen waren. Ein Schleusungsverdacht gegen die Lkw-Fahrer bestehe nicht, sagte Küppers.
Bereits vergangene Woche hatte die Bundespolizei am Rasthof Lich­tenbusch am deutsch-belgischen Grenzübergang auf der A 44 bei Aachen Fluchtversuche nach England verhindert.

Sechs Flüchtlinge waren am 18. Juli in einen Lkw eingebrochen. Doch die Männer waren aus dem Lkw geholt worden, bevor er Deutschland verlassen hatte. Auch sie stammen teils aus dem Sudan und aus Eritrea. Ein zweiter Versuch dreier Eritreer, die Tür zu einer Lkw-Ladefläche zu öffnen, war am 20. Juli gescheitert. Allerdings hatten die Flüchtlinge in beiden Fällen versucht, aus Deutschland auszureisen, ihr Ziel: England.

In der Region Aachen sei die unerlaubte Ein- beziehungsweise Ausreise per Lkw ein neues Phänomen, das in der beginnenden Häufung zum Problem werde, sagte Bundespolizei-Sprecher Küppers. Die Hitze sei ein möglicher Grund, wegen dem innerhalb von acht Tagen vier Fälle aufgefallen seien, da die Temperaturen in den geschlossenen Ladeflächen extrem und deswegen nicht lange auszuhalten sind.

Küppers hält es für möglich, dass bereits seit längerem Menschen auf diese Weise illegal über die belgisch-deutsche Grenze ein- und ausreisen, dies bislang aber unbemerkt geblieben sei.

Mehr von Aachener Nachrichten