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Laut Gewerkschaft: 9241 Taten gegen Polizisten in NRW 2019

Laut Gewerkschaft : 9241 Taten gegen Polizisten in NRW 2019

Sie sollen die Bürger schützen und sind selbst oft Gewalt ausgesetzt: Mehr als 9000 Mal wurden Polizisten in NRW laut ihrer Gewerkschaft vergangenes Jahr Opfer verbaler oder körperlicher Attacken. Dieses Jahr starb bereits ein Polizist, weitere wurden schwer verletzt.

Im vergangenen Jahr hat es nach Angaben der Gewerkschaft der Polizei (GdP) 9241 Taten gegen Polizisten in NRW gegeben. In den meisten Fällen (6221) seien es Widerstandshandlungen gewesen. 1907 Mal sei es zu tätlichen Angriffen gekommen - ein Anstieg um rund 600 Fälle zum Vorjahr. Insgesamt lag die Zahl der Delikte laut GdP knapp unter Vorjahresniveau. Die Gewerkschaft bezieht sich auf vorläufige und noch unveröffentlichte Zahlen aus einem Lagebild des Landeskriminalamts (LKA).

612 mal kam es demnach zu Bedrohungen, 95 Mal zu einfacher Körperverletzung, 276 Mal zu schwerer oder gefährlicher Körperverletzung. Die LKA-Statistik zählte 2019 laut Gewerkschaft zudem zwei Fälle versuchten Totschlags und zwei Fälle versuchten Mordes an Polizisten.

In den vergangenen Wochen hatten mehrere Gewalttaten gegen Polizisten in NRW für Entsetzen gesorgt. Ende April war ein 28 Jahre alter SEK-Beamter von einem Verdächtigen erschossen worden. Wenige Tage später wurde ein ebenfalls 28 Jahre alter Streifenpolizist bei einer Kontrolle in Gevelsberg angeschossen und schwer verletzt.

Am Samstag vor einer Woche wurden zwei Polizeibeamte bei einem Einsatz in einem Supermarkt in Troisdorf attackiert. Einer der Beamten erlitt unter anderem einen Nasenbeinbruch, der andere einen Rippenbruch. Laut Innenminister Herbert Reul (CDU) hatten die Männer – die keine Schutzmaske tragen wollten – den Eklat provoziert.

(dpa)