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Seit Jahresbeginn: 565 Anträge von Missbrauchsopfern im Neu-Verfahren

Seit Jahresbeginn : 565 Anträge von Missbrauchsopfern im Neu-Verfahren

Opfer sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche haben seit Jahresbeginn bei der zuständigen Kommission 565 Anträge auf Anerkennungsleistungen gestellt. Bei der weitaus größten Zahl handele es sich um Folgeanträge von Personen, die zuvor bereits über ein Verfahren bei der Deutschen Bischofskonferenz Anträge auf Anerkennung des Leids gestellt hatten.

Das teilte die Geschäftsstelle der Unabhängigen Kommission für Anerkennungsleistungen (UKA) der Deutschen Presse-Agentur mit. Die deutschen Bischöfe hatten im September 2020 ein neues Verfahren beschlossen, bei dem Missbrauchsopfer Zahlungen von bis zu 50.000 Euro erhalten können. Anträge können seit dem 1. Januar gestellt werden - die Bistümer leiten diese dann an die UKA weiter. Bislang lagen die gezahlten Summen im Schnitt pro Antrag bei 5000 Euro.

Im Januar gingen laut UKA 181 Anträge, im Februar 321 und im März bisher 63 Anträge ein. Bereits Ende Januar seien erste Entscheidungen zu 22 Anträgen getroffen worden, hieß es aus Bonn. Die Sitzung der UKA fänden mindestens monatlich statt. Für März seien derzeit zwei Sitzungen geplant.

Bei dem zweiten Antrag werden bereits erhaltene Leistungen in Anerkennung des Leids angerechnet. Die Festlegung der Höhe der auszuzahlenden Beträge erfolgt allein durch UKA. Opfer von sexuellem Missbrauch hatten lange auf eine Neuregelung der Zahlungen gedrängt. Die Bistümer stellen sich mit der Neuregelung auf hohe Zahlungen ein - teils in Millionenhöhe.

(dpa)