500 Millionen: RWTH Aachen und FZ Jülich forschen an Batteriezelle

RWTH Aachen und FZ Jülich dabei : 500 Millionen für Forschung an der Batteriezelle

Die geplante deutsche Forschungsfabrik für Batteriezellen wird in Münster entstehen. Das teilte Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) am Freitag mit. Kooperationspartner des mit 500 Millionen Euro geförderten Projekts sind die RWTH Aachen und das Forschungszentrum (FZ) Jülich.

Forscher aus Aachen und Jülich werden noch konkreter als bislang an der Weiterentwicklung der Batteriezelle arbeiten, einem der wichtigsten Forschungsfelder des 21. Jahrhunderts. Wie Bundeswissenschaftsministerin Anja Karliczek (CDU) am Freitag bekannt gab, wird an der Universität Münster eine mit 500 Millionen Euro geförderte Produktions- und Forschungsfabrik für Batteriezellen entstehen, an der Forscher unter anderem aus Münster, Aachen und Jülich arbeiten werden. Aus der Höhe der Fördersumme können durchaus Rückschlüsse auf die Dringlichkeit des Forschungsanliegens gezogen werden.

Die Jülicher Spezialität

Die noch zu errichtende Fabrik dient in erster Linie dazu, Prototypen im Hochlohnland Deutschland günstig in Serie produzieren und so effektiv unter realen Einsatzbedingungen testen zu können. Der Forschungsbeitrag der RWTH Aachen wird wohl besonders auf die Produktionstechnik ausgerichtet sein, die beiden E-Mobilitätspioniere und Produktionsspezialisten Achim Kampker und Günther Schuh werden zur weitgehend automatisierten und digitalisierten Serienproduktion neu entwickelter Batteriezellen beitragen.

„Eine Serienproduktion von großen Batteriezellen in Deutschland stellt ein bislang noch fehlendes Element in wichtigen Wertschöpfungsketten dar, die Anwendungen mit Energiespeicherung beinhalten – wie die Elektromobilität“, sagte Kampker am Freitag. Mindestens ebenso wichtig wie effektivere Energiespeicherung für die gesamte Mobilität sind sie für sogenannte stationäre Batterien. Diese können zum Beispiel die Energie von Wind- oder Solaranlagen speichern und einen vielleicht entscheidenden Beitrag zum Beenden der Abhängigkeit von fossilen Energieträgern leisten.

Harald Bolt, Mitglied im wissenschaftlichen Vorstand am Forschungszentrum Jülich, erklärte im Gespräch mit unserer Zeitung, er erwarte „innerhalb der nächsten zehn Jahre signifikante Fortschritte“ in der Batteriezellenentwicklung. Es sei „ziemliches Tempo in der Forschung“, der Bedarf in vielen Bereichen enorm. Die Jülicher Spezialität sei die Arbeit an einer sogenannten Feststoffbatterie, die nicht auf flüssiger Lithium-Ionen-Basis, sondern auf Keramikstoffen beruhe und deswegen umweltfreundlicher und sicherer sei. In zehn Jahren, sagte Bolt, werde sich zeigen, ob die Feststoffbatterie die auf Lithium-Ionen-Basis ersetzen könne.

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) begrüßte die Entscheidung der Bundesregierung, die Poroduktions- und Forschungsfabrik in Münster zu bauen. „Die Batterie hat als essentiell wichtige Zukunftstechnologie enorme strategische Bedeutung“, teilte er am Freitag mit.

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