15-jähriger Serienbrandstifter beim psychiatrischen Gutachter

Brände in der Eifel : 15-jähriger Serienbrandstifter von Schleiden beim Psychiater

Ein Jugendlicher hat gestanden, in Hellenthal und Schleiden sieben Brände gelegt zu haben. Nun überprüft ein Psychiater seinen Geisteszustand.

Der 15-Jährige aus Hellenthal, der in der Nacht zum 4. Mai nach einer Brandstiftung in Schleiden festgenommen wurde, ist diese Woche von einem Psychiater untersucht worden. Das teilte die Aachener Staatsanwaltschaft am Mittwoch auf Anfrage unserer Zeitung mit. Der Jugendliche sitzt im Moment im Jugendgefängnis in Heinsberg in Untersuchungshaft.

Nach seiner Festnahme hatte der 15-Jährige gestanden, zwischen November und Mai insgesamt sieben Brände gelegt zu haben, davon drei am Schleidener Sturmius-Gymnasium. Dort besuchte der Junge bis zu seiner Festnahme die neunte Klasse. Der entstandene Schaden beträgt laut Staatsanwaltschaft mehrere Millionen Euro.

Über das Motiv des 15-Jährigen sei nach seiner ersten Vernehmung nichts bekannt geworden, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Die Ermittler schlossen schon damals nicht aus, dass der Jugendliche psychische Probleme haben könnte.

Am Dienstag nun hat nach Auskunft der Staatsanwaltschaft ein Facharzt für Psychiatrie den Verdächtigen untersucht und ein oder mehrere Gespräche mit ihm geführt. Diese sogenannte Exploration ist die Grundlage für ein psychiatrisches Gutachten, dessen Erstellung mehrere Wochen in Anspruch nehmen kann.

Die Polizei Euskirchen und die Aachener Staatsanwaltschaft hatten monatelang nach dem Brandstifter gesucht. Obwohl bei den Bränden am Schleidener Gymnasium Fotos des Täters entstanden waren, konnte kein Verdächtiger ermittelt werden. Erst nach dem Anzünden eines Carports im Schleidener Stadtteil Oberhausen in der Nacht zum 4. Mai hatte ein Zeuge beobachtet, wie die mutmaßliche Täter mit einem Fahrrad flüchtete. Kurz darauf nahm die Polizei den 15-Jährigen nicht weit vom Tatort entfernt fest.

Die Polizei war davon ausgegangen, dass insgesamt zehn Brände zur Serie zählten, doch der 15-Jährige hat bislang lediglich sieben Brandstiftungen gestanden.Insbesondere der Brand in einem Sägewerk in Schleiden-Harperscheid am 7. Februar, bei dem ein Sachschaden von etwa fünf Millionen Euro entstanden war, bleibt vorerst ungeklärt.