Düsseldorf: 115.000 Erstsemester: So viele gab es in NRW noch nie

Düsseldorf: 115.000 Erstsemester: So viele gab es in NRW noch nie

Zu dem soeben begonnenen Wintersemester haben sich an den 69 NRW-Hochschulen so viele Studenten neu eingeschrieben wie noch nie: insgesamt 115.000.

Dies sei eine „Rekordmarke” und entspreche bei den Erstsemestern einer Steigerung von 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr, teilte NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze (SPD) am Donnerstag mit.

An der RWTH Aachen haben sich zum laufenden Wintersemester bis zum 1. Oktober 7375 Studenten neu eingeschrieben. Im Vorjahr waren es zu diesem Zeitpunkt 5681. Allerdings kann die RWTH Aachen endgültige zahlen erst nach Abschluss des gesamten Einschreibeverfahrens am 5. November nennen.

An diesem Stichtag waren es im Jahr 2010 insgesamt 6213 neue Studenten. An der FH Aachen haben sich 2636 neue Studenten eingeschrieben. Die Katholische Hochschule, an der die Aufnahmekapazitäten festgeschrieben sind, verzeichnet 173 Neuzugänge in den Bachelor-Studiengängen, 35 im Master- und 30 im Frauen-Studiengang.

Die Rekordzahlen resultieren laut Schulze aus der Abschaffung der Studiengebühren, dem Wegfall der Wehrpflicht und dem doppelten Abiturjahrgang in Niedersachsen. Dies sei bei den Prognosen der Kultusministerkonferenz, die in NRW für dieses Wintersemester lediglich mit 100.000 Studienanfängern gerechnet hatte, nicht berücksichtigt worden.

Den Universitäten drohen nun massive Finanzprobleme und akuter Raummangel. Die RWTH Aachen hat ebenso wie die Universität Duisburg-Essen bereits Kinosäle für Vorlesungen angemietet.

Im Rahmen des Hochschulpaktes II stellen Bund und Land bis zum Jahre 2015 insgesamt 1,8 Milliarden Euro zusätzlich zur Verfügung, um in NRW 90.000 neue Studienplätze schaffen zu können. Ministerin Schulze verlangte einen „Hochschulpakt plus” und ein weiteres finanzielles Engagement des Bundes. Bisher werde jeder neue Studienplatz mit 20 000 Euro finanziert. Vor allem bei medizinischen und technischen Fächern sei dies viel zu wenig. Die Hochschulen brauchten „die Sicherheit, dass sie auch für alle zusätzlichen Studierenden ausreichendes Geld bekommen”, sagte Schulze.

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