Leichter Rückgang: 104 Geldautomaten-Sprengungen in NRW

Leichter Rückgang : 104 Geldautomaten-Sprengungen in NRW

„Audi-Bande“ und kein Ende: Im zweiten Jahr in Folge zählten die Ermittler mehr als 100 Angriffe auf Geldautomaten in NRW. Durchschnittlich zwei Mal pro Woche knallt es.

Die Zahl der Geldautomaten-Sprengungen ist 2019 in Nordrhein-Westfalen mit 104 Attacken leicht unter dem Niveau des Vorjahres geblieben. Das hat das Landeskriminalamt NRW am Montag auf Anfrage mitgeteilt. In gut der Hälfte der Fälle blieb es beim Versuch und die Täter rückten ohne Beute ab. 2018 waren 108 Attacken gezählt worden. Die Zahl verharrt damit trotz diverser Sicherheitsmaßnahmen der Banken und großem Ermittlungsaufwand der Polizei auf hohem Niveau.

Die Ermittler der LKA-Sonderkommission „Heat“ gingen bislang davon aus, dass viele der Explosionen auf das Konto einer Szene aus etwa 30 marokkanischen Einwanderern aus Utrecht in den Niederlanden gehen. Die Täter haben in den vergangenen Jahren mehrere Millionen Euro erbeutet und zusätzlich Millionenschäden durch die Sprengungen angerichtet.

Die sogenannte Audi-Bande türmt meist mit hochmotorisierten gestohlenen Autos und extrem rücksichtslosem Fahrverhalten. „Die bauen sogar die Airbags aus, damit sie weiterflüchten können, wenn sie jemanden gerammt haben, oder kollidiert sind“, hatte LKA-Chef Frank Hoever berichtet.

Die letzte Attacke des vergangenen Jahres erfolgte am 30. Dezember in Jüchen im Rhein-Kreis Neuss. Der Vorraum einer Bankfiliale wurde durch die Detonation verwüstet. Vier Täter flüchteten.

Der jüngste Vorfall ereignete sich am Montagmorgen in Wuppertal. Dabei kam es allerdings noch nicht einmal zu einer Explosion. Unbekannte hatten zwei Gasflaschen in eine Bankfiliale geschleppt, waren dann aber aus unbekannten Gründen getürmt und hatten ihre Ausrüstung zurückgelassen, berichtete ein Polizeisprecher. Ein Kunde, der den Vorraum später betrat, bemerkte Gasgeruch und schlug Alarm.

Auch im Raum Aachen kommt es immer wieder zu Sprengungen von Geldautomaten. Im November und Dezember sorgten etwa Fälle in Wassenberg und auch Düren für Aufmerksamkeit.

(dpa)