Würselen: 100 Jahre Flugplatz: Wird Merzbrück erweitert? Und wer zahlt?

Würselen: 100 Jahre Flugplatz: Wird Merzbrück erweitert? Und wer zahlt?

Braucht die Region einen kleinen Flugplatz wie Aachen-Merzbrück für ihre wirtschaftliche Entwicklung? Seit nunmehr zehn Jahren ringen Befürworter und Gegner um eine Antwort.

Die einen wollen den verkehrsgünstig gelegenen Flugplatz zwischen den Autobahnen 4 und 44 in Würselen so weit ausbauen, dass entsprechend der europäischen Sicherheitsrichtlinien Geschäftsflugverkehr möglich ist — und dazu ist eine Verlängerung der derzeit nur 520 Meter langen Start- und Landebahn auf rund 950 Meter nutzbarer Länge erforderlich. Die anderen fürchten, dass ein solcher Ausbau ihnen mehr Fluglärm beschert.

Was laut Aussagen der Gutachter nicht der Fall sein würde. Im Gegenteil: Für die meisten Anwohner soll es nach der Verlängerung und einer leichten Verschwenkung der Start- und Landebahn sogar leiser werden als jetzt. Nur für einige Einwohner des kleinen Eschweiler Stadtteils St. Jöris könnte der Lärmpegel steigen, heißt es in einem Lärmgutachten. Das und viele weitere Gutachten musste die Flugplatz Aachen-Merzbrück GmbH (FAM) als Betreiber des Platzes im Zuge des Planfeststellungsverfahrens für den Ausbau des Flugplatzes vorlegen.

Ende des Jahres 2010 zeigte sich FAM-Geschäftsführer Uwe Zink zuversichtlich, dass das Verfahren in einem Jahr über die Bühne sein würde. Inzwischen wagt er keine Prognose mehr, wann er den Planfeststellungsbeschluss, der einer Baugenehmigung gleich käme, in Händen halten wird. „Ich weiß nicht, woran es liegt“, sagt er. „Wir haben alle Unterlagen eingereicht, alle Fragen der Luftaufsicht beantwortet und warten jetzt seit über einem Jahr auf den Beschluss.“ Vielleicht sage ja der Vertreter des NRW-Verkehrsministeriums am Samstag bei der 100-Jahr-Feier etwas dazu, hofft Zink.

Bliebe noch die Frage der Finanzierung. Vier bis fünf Millionen Euro kostet der Ausbau des Flugplatzes, Planungskosten inklusive. Das Land, das die Planungskosten bezuschusst hat, will jetzt keinen Cent mehr dazutun. Doch wer zahlt dann? Geklärt ist das noch längst nicht. Die Kommunen haben kein Geld, und private Sponsoren stehen auch nicht gerade Schlange. Mit Blick auf die Hochschulen, insbesondere den RWTH-Campus, und mit Blick darauf, dass rund um den Flugplatz ein Gewerbegebiet entstehen soll — über das allerdings auch schon 15 Jahre diskutiert wird —, hält Zink einen Flugplatzausbau für notwendig. Und es sei durchaus auch vertretbar, bis zu einem gewissen Grad öffentliche Gelder einzusetzen. Aber eben nicht nur. Die Wirtschaft müsse sich schon einbringen, fordert er. Es bleibt also spannend.

Großes Fest am Wochenende

Jetzt wird aber erst mal das 100-jährige Bestehen des Flugplatzes gefeiert, und zwar an diesem Wochenende, Samstag und Sonntag, jeweils von 11 bis 18 Uhr. Die Besucher erwartet ein buntes Programm mit Doppeldeckern, nos­talgischen Flugzeugen, Oldtimern, Segel- und Kunstflügen, die Jüngsten ein kostenfreies Kinderspieleland. Erwachsene zahlen 7 Euro Eintritt, Kinder 3 Euro.

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