NRW-Ministerpräsident Armin Laschet wirbt für Europawahl

CDU laut Barley „leer und hohl“ : Laschet wirbt für Europawahl

Schwarz-gelb wirbt an Aschermittwoch für die Europawahl. Außerdem möchte CDU-Chef Laschet mehr Gelassenheit im Umgang mit verbalen Ausrutschern in Karnevalsreden. Die SPD dichtet derweil den CDU-Parteinamen um.

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat in seiner Rede zum politischen Aschermittwoch für die Europawahl am 26. Mai geworben. Das sei „keine kleine Protestwahl“, sagte er am Mittwochabend in der Schützenhalle von Lennestadt-Kirchveischede im Sauerland. „Jetzt geht es wirklich darum: Können wir wirklich ab Mai noch weltweit agieren und handeln.“

„Wir lassen uns das Europa von Konrad Adenauer nicht kaputt machen“, rief Laschet. Dazu gelte es, die „Verhetzungen von rechts und links“ zurückzuführen in die Mitte, sagte der NRW-Regierungschef. Die Ränder links und rechts müssten klein gemacht werden, forderte auch der FDP-Landtagsfraktionschef Christof Rasche beim „Katerfrühstück“ seiner Partei in Düsseldorf. „Denn wir müssen aufpassen, dass wir nicht am Tag nach der Europawahl aufwachen und denken, es ist schon wieder Karneval: weil die Clowns in Europa die Macht übernommen haben.“

Vom nordrhein-westfälischen SPD-Vorsitzenden Sebastian Hartmann kam Frontalkritik: Schwarz-Gelb bekomme den Strukturwandel nicht hin, sagte Hartmann beim politischen Aschermittwoch der NRW-SPD in Schwerte. Ihre Parteiinitialien stünden für „Chaos, Dagegen, Unfähig.“

Die SPD-Spitzenkandidatin für die Europawahl, Katarina Barley, warf der Union vor, nur Nein zu den Vorhaben der SPD zu sagen. Eigene Ideen hätten CDU und CSU nicht. „Die Union ist inhaltlich leer und hohl“, sagte die Bundesjustizministerin vor den rund 600 Teilnehmern.

Zum Ende der Session plädierte Laschet in seiner Rede für mehr Humor und Gelassenheit bei Reden und politischen Äußerungen im Karneval. „Wir beschäftigen uns mit Problemen, die andere nicht haben“, sagte er mit Blick auf aktuelle Debatten etwa um ein Verbot von Indianerverkleidungen in einer Hamburger Kita. „Karneval ist Karneval und das sollten sich einige auch mal klarmachen“, forderte der NRW-Regierungschef.

Auf die heftig kritisierten Karnevalsäußerungen der CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer zur Einführung von Toiletten für das dritte Geschlecht ging Laschet nicht direkt ein. „Ich will jetzt hier gar nichts zu anderen Karnevalswitzen sagen“, sagte er.

Dafür schoss der Vorsitzende der NRW-Grünen, Felix Banaszak, beim politischen Aschermittwoch seiner Partei in Köln gegen die CDU-Chefin: „Die Idee des Karnevals ist es, dass sich die Ohnmächtigen gegen die Mächtigen auflehnen – und nicht umgekehrt. Die CDU und ihre Vorsitzende haben das leider nicht verstanden“, sagte er.

(dpa)
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