Aachen - Nach der ersten Netrace-Finalrunde: Spezialisten gefragt

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Nach der ersten Netrace-Finalrunde: Spezialisten gefragt

Von: Marc Heckert
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Marienkäfergruppe Kita
Gar nicht mal so niedlich: Das Team „Marienkäfergruppe Kita BKGuT“ ist dem Krabbelalter sichtbar entschlüpft. Die angehenden Elektrotechniker liegen altersmäßig am oberen Ende des Feldes. Spaß haben die jungen Herren mit Lehrerin Dr. Martina Willemsen (links) dennoch. Foto: Marc Heckert
sprecher marienkäfer
„Hat uns zusammengeschweißt“: Klassensprecher Michael Quarten. Foto: Marc Heckert

Aachen. Der Name täuscht. „Marienkäfergruppe Kita BKGuT“ heißt das Team, aber Basteln, Spielen und Liedersingen gehört dort nicht zum Alltag. BKGuT steht für das Aachener Berufskolleg für Gestaltung und Technik. Die knapp zwei Dutzend Schüler sind allesamt gestandene Volljährige – manche sind gar vollbärtig – und ragen altersmäßig deutlich aus dem üblichen Rahmen der Teilnehmer bei unserer Internetrallye.

Spaß haben die angehenden Elektrotechniker bei dem Wettbewerb aber mindestens genauso wie ihre fünf bis zehn Jahre jüngeren Mitbewerber.

Berufsschüler treten gegen Fünftklässler an – eine einseitige Angelegenheit also? Von wegen! Wer glaubt, die „Senioren“ im Teilnehmerfeld würden die vorderen Plätze bequem unter sich aufteilen, liegt falsch. Schon in den vergangenen Jahren waren die Berufskollegs in den Top Ten durchaus nicht überrepräsentiert. Auch nach der jetzt beendeten ersten von zwei Finalrunden bei der Internetrallye von NetAachen und unserer Zeitung verteilen sich die noch teilnehmenden Berufsschulen gleichmäßig über das noch 45 Teams umfassende Feld.

Unter den besten zehn Gruppen liegen derzeit je zwei Real- und Förderschulen, stolze vier Gesamtschulen, dazu ein Gymnasium – und die „Marienkäfer“ als einzige Berufsschule. Alles andere also als eine einseitige Angelegenheit.

Was für Leute sind das, die im Alter jenseits der 20 noch zur Schule gehen? Die meisten haben bereits eine Ausbildung abgeschlossen, mindestens ein Jahr in ihrem gelernten Beruf gearbeitet und lassen sich nun in ihrem derzeitigen, auf zwei Jahre angelegten Bildungsgang weiterqualifizieren. Läuft die Karriere danach wunschgemäß, haben sie Berufsfelder wie Projekt- und Qualitätsmanagement, Programmierung oder Netzwerktechnik vor sich.

So weit, so anspruchsvoll. Nun ist ja ein Grundgedanke beim Netrace bekanntlich, dass Schüler „digitale Kompetenz“ lernen sollen, also sinnvollen Umgang mit Suchmaschinen und Recherchewerkzeugen, mit Kommunikationsmitteln und natürlich Inhalten. Können die „Marienkäfer“, von denen die meisten Anfang bis Ende 20 sind, da noch etwas lernen?

Die jungen Männer lächeln. Nein, sie saßen beim Netrace nicht zum ersten Mal am Computer und sind beim Einsenden der Antworten auch nicht erstmals in Kontakt mit E-Mails gekommen. Allerdings: „Das genaue Lesen zu üben, schadet auch in dieser Altersgruppe nicht“, betont ihre Lehrerin Dr. Martina Willemsen.

Und was hat ihnen die Teilnahme sonst noch gebracht? Ein tolles Gruppenerlebnis zum Beispiel. „So einen Teamzusammenhalt erlebt man wirklich selten“, schwärmt Schüler Markus Trosdorff, den man mit seinen 49 Jahren wohl als Alterspräsidenten des Teams – wenn nicht gar des gesamten Netrace – bezeichnen darf.

Auch der offizielle Sprecher der Klasse Michael Quarten sieht die Teamarbeit und das Gruppengefühl als größte Gewinne für die Teilnehmer. „Das hat uns auf jeden Fall zusammengeschweißt“, sagt der 28-Jährige. „Solche Aktionen sind sehr förderlich für den Zusammenhalt in der Klasse.“

Der aus Nörvenich stammende Elektroniker für Betriebstechnik würde sich sogar noch mehr Runden wünschen, so viel Spaß hatte das Team. „Die Aufgaben sind knifflig und thematisch sehr unterschiedlich“, findet er. „Und wie schwer eine Frage wirklich ist, sieht man erst, wenn man sich bei der Suche nach der Antwort durchs Netz bewegt.“

Gestaunt haben die Elektronikexperten zuletzt auch über ihre Konkurrenz: Der Leistung des nur aus zwei Schülern bestehenden Teams „Internetratten“ vom Carolus-Magnus-Gymnasium Übach-Palenberg, das unsere Zeitung auf dieser Seite nach der Hauptrunde vorstellte, hat ihnen höchsten Respekt abverlangt. „Diese Jungs sind der Wahnsinn“, sagt Schüler Kai Klindzan.

Ab heute haben alle Teams Gelegenheit, sich in der letzten Finalrunde ihren Platz unter den besten Zehn zu erobern, die am 28. April bei der Siegesfeier dabei sein werden. Für die „Marienkäfer“, die kurz vor dem Ende ihrer Ausbildung stehen, ist es die letzte Chance auf einen Netrace-Gewinn. Sie wollen sie nutzen.

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