Kreis Heinsberg: Neue Auflage der Berufsstartermesse Education

Kreis Heinsberg: Neue Auflage der Berufsstartermesse Education

In zwei Wochen steigt die zwölfte Auflage der Berufsstartermesse Education, veranstaltet von der AOK-Regionaldirektion Kreis Heinsberg und als Medienpartner erneut begleitet von unserer Zeitung.

Vor allem mit Blick darauf, auch Eltern einen Besuch dieser Veranstaltung gemeinsam mit ihren Kindern zu ermöglichen, wurden in diesem Jahr die Anfangs- und Schlusszeiten verändert: Die Education findet am Donnerstag, 20. März, von 13 bis 18 Uhr in der Stadthalle in Heinsberg an der Apfelstraße statt.

Er leitet derzeit die Agentur für ­Arbeit Aachen-Düren: Jürgen Koch.

Im Vorfeld der Berufsstartermesse stellte Regionalredakteur Dieter Schuhmachers Fragen an ­Jürgen Koch, der derzeit Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit ­Aachen-Düren ist. Dabei geht es auch um die Rolle, die Eltern beim wichtigen Thema Berufswahl spielen.

Das Elternhaus gilt eigentlich als der Ort, an dem über die berufliche Zukunft der Kinder diskutiert und beraten wird. Teilen Sie diese Einschätzung?

Koch: Ja, zu 100 Prozent. Dort beginnt es, dort werden die Jugendlichen geprägt. In vielen, leider jedoch nicht in allen Familien wird ein offener Austausch zum Thema Berufswahl gelebt.

Wie wichtig ist die Mitwirkung der Eltern in diesem Prozess der Berufsorientierung?

Koch: Junge Menschen möchten sich vor der so wichtigen Berufswahlentscheidung von ihren Eltern unterstützt wissen. Eltern sind Leitbilder. Die Begleitung im Berufswahlprozess ist nicht nur Unterstützung, sondern auch ein wichtiges Zeichen von Wertschätzung gegenüber den eigenen Kindern.

Manche Jugendliche dürften eine aus ihrer Sicht vielleicht zu starke Einmischung der Eltern eher als Bevormundung empfinden. Gibt es Ratschläge für Eltern, wie sie sich am besten beim Thema Berufswahl einbringen sollten?

Koch: Tatsächlich ist das Alter, in dem Jugendliche sich für einen Berufsweg entscheiden sollen, ein nicht immer einfaches. Hier gilt es, ohne erhobenen Zeigefinger auf Augenhöhe respektvoll und einfühlsam miteinander umzugehen. Dies gelingt nicht immer im ersten Anlauf, oftmals aber im zweiten oder auch dritten.

Da sind die Eltern oder auch Freunde, mit denen die Jugendlichen über ihre Berufswahl reden. Da sind aber auch Institutionen wie die Schulen oder die Agentur für Arbeit: Wird das Thema in den Schulen ausführlich genug behandelt? Welche Hilfestellung kann die Agentur für Arbeit Jugendlichen bei der Berufsorientierung anbieten?

Koch: Berufsorientierung ab Klasse acht sichert, dass kein Jugendlicher ohne Unterstützung bleibt. Die Schulen leisten einen großen Beitrag unter anderem durch Berufswahlkoordinatoren, mit denen unsere Berufsberatung eng zusammenarbeitet. Jede Schule hat einen zuständigen Berufsberater oder eine zuständige Berufsberaterin, der oder die monatlich in der Schule berät, konkrete Vorschläge unterbreitet und gemeinsam mit den Jugendlichen Lösungen erarbeitet. Das System ist engmaschig, bietet bestmögliche Unterstützung und wird stetig weiterentwickelt.

Die Agentur für Arbeit ist auch bei der Education mit von der Partie. Warum ist aus Sicht der Agentur für Arbeit ein Besuch der Berufsstartermesse in Heinsberg lohnenswert — für Schulklassen wie für einzelne Schülerinnen und Schüler und natürlich auch für Eltern?

Koch: Wenn Jugendliche und ihre Eltern Gelegenheit bekommen, mit Ausbildungsbetrieben zusammenzukommen, drängende Fragen stellen können und gleichzeitig Unterstützung von Experten der Arbeitsagentur erhalten, ist das eine insgesamt runde Sache, von der alle nur profitieren können. Aus Arbeitgebersicht ist es einfach toll, so zahlreich mit jungen Menschen in Kontakt zu kommen, die unter Umständen die Zukunft des eigenen Unternehmens mitgestalten.

Auch wenn offizielle Zahlen zum Ausbildungsstellenmarkt ja erst Ende März präsentiert werden: Könnten Sie uns trotzdem eine Einschätzung der aktuellen Situation im Kreis Heinsberg geben?

Koch: Erste offizielle Zahlen kommen Ende März, zum jetzigen Zeitpunkt ist jedoch bereits festzustellen, dass junge Menschen im Kreis Heinsberg sich sehr frühzeitig mit dem Thema Berufswahl befassen und auf die Berufsberatung der Arbeitsagentur zukommen. Die Betriebe im Kreis Heinsberg sind engagiert in Sachen Ausbildung unterwegs und melden zahlreich Ausbildungsstellen für 2014, aber auch bereits für 2015.

Welche Ratschläge ergeben sich aus dieser Einschätzung einerseits für die ausbildenden Betriebe und andererseits für die Jugendlichen im Kreis Heinsberg, die einen Ausbildungsplatz suchen?

Koch: Der Wettbewerb um junge Menschen, die optimal zum eigenen Unternehmen passen, ist in vollem Gange. Es ist in das Bewusstsein der Arbeitgeber gedrungen, dass im Kreis Heinsberg in den nächsten sechs Jahren die Zahl der jährlichen Schulabgänger um insgesamt knapp 20 Prozent sinkt. Es findet daher immer mehr ein Umdenken statt, welches dazu führt, dass auch die schwächeren Bewerber einbezogen werden und sich somit für alle jungen Menschen eine Chance auf Ausbildung bietet.

Wichtig ist für Jugendliche immer, einen „Plan B“ zu haben, wenn es mit dem Ausbildungsplatz im Wunschberuf nicht klappt. Es gibt tolle Ausbildungsberufe, die zum Teil auch weniger bekannt sind und über die unsere Berufsberatung die Jugendlichen gerne informiert. Hier gilt es, sich — insbesondere auch für den Ausbildungsstart 2015 — frühzeitig bei der Arbeitsagentur zu melden.