Amtsgericht Geilenkirchen: Neonazis im Friedhofsschänder-Prozess verurteilt

Amtsgericht Geilenkirchen : Neonazis im Friedhofsschänder-Prozess verurteilt

Nach der Schändung des jüdischen Friedhofs in Geilenkirchen hat das Amtsgericht zwei Neonazis zu Bewährungsstrafen verurteilt. Empfindlicher dürften sie aber hohe Geldstrafen treffen.

Das Amtsgericht Geilenkirchen hat am Donnerstagnachmittag zwei Neonazis wegen der Schändung des jüdischen Friedhofes in Geilenkirchen zu Haftstrafen auf Bewährung verurteilt. Auslöser für die Tat Ende Dezember 2019 war demnach die rechtsextreme und antisemitische Gesinnung der beiden, betonte Richter Thomas Schönig. Es gebe eine Vielzahl an Indizien, Be- und Hinweisen, dass die Männer die Taten begangen hätten.

Der Auszubildende Florian T. (23) aus Gangelt wurde zu einem Jahr und einem Monat Haft, ausgesetzt für vier Jahre zur Bewährung verurteilt. Der Umschüler Björn G. (35) aus Selfkant wurde zu einem Jahr und drei Monaten Haft verurteilt, ebenso ausgesetzt zur Bewährung. Beide müssen als Bewährungsauflagen jeweils 2500 Euro Geldbuße an eine gemeinnützige Einrichtung zahlen.

Ebenso entschied das Gericht, dass sie der Stadt einen entstandenen Schaden von rund 13.000 Euro zur Wiederherstellung des jüdischen Friedhofes zahlen müssen. Über die genaue Höhe des Schadens soll aber nochmal entschieden werden.

Vorgeworfen hatte die Staatsanwaltschaft Aachen den Neonazis, auf dem jüdischen Friedhof in Geilenkirchen 47 Grabsteine umgeworfen und diese oder weitere mit Farbe besprüht zu haben. Die Staatsanwältin warf den Rechtsextremen daher die Störung der Totenruhe und Sachbeschädigung vor, einem auch Widerstand gegen Polizisten bei der Festnahme in unmittelbarer Nähe des Tatortes. Zugetragen hatte sich die Schändung am frühen Morgen des 30. Dezember 2019.

Ein ausführlicher Bericht hier.