Selfkant-Havert: Nachtabschaltung der Laternen: Angst und ein Gefühl der Unsicherheit

Selfkant-Havert: Nachtabschaltung der Laternen: Angst und ein Gefühl der Unsicherheit

Im Selfkant gehen seit Anfang des Jahres die Lichter aus. Ab 0 Uhr in der Woche, ab 2 Uhr am Wochenende. Die Kommune steht mit dieser Nachtabschaltung der Straßenbeleuchtung nicht allein da. In finanzschwachen Zeiten wird nach jedem Strohhalm gegriffen, um Geld zu sparen.

Doch auch im Westzipfel erklingt der Chor der kritischen Stimmen. Viele Bürger fordern, dass die Laternen nachts das tun, wofür sie geschaffen sind: nämlich leuchten. Viele Menschen treibt die Angst um, dass sich die Kriminalität im Dusteren ausbreitet und in Notfällen rasche Hilfe unmöglich ist, da die Rettungskräfte nicht ihr Ziel finden.

„Deutlich erkennbar ist im Selfkant die Zunahme krimineller Delikte und Vandalismus, nachdem während der Nacht die Straßenbeleuchtung rücksichtslos abgeschaltet wird. Hierdurch werden Verbrechen für die Täter nahezu risikolos”, klagt etwa Claus Pappenheim.

Auch wirtschaftlich betrachtet, hat er seine Bedenken. Eine Senkung der Gemeindeabgaben für die Bürger sei durch die Sparmaßnahme nicht erfolgt und nicht zu erwarten, obwohl sich die Verbesserung des Gemeindehaushalts nach Angaben der Verwaltung auf rund 25 000 Euro jährlich belaufe, meint Pappenheim.

Der Ärger über zappendustere Nächte ist vor allem in den Ortschaften Havert, Stein und Millen-Bruch offensichtlich; die Einwohner empört die verordnete Dunkelheit, weil sie - auch mit Blick auf die unmittelbar angrenzenden Niederlande - noch mehr ungebetene Gestalten anlocken könnte. „Aber es ist nicht allein diese Angst, sondern auch das allgemeine Gefühl von Unsicherheit.

Schon der Gang vom Auto bis zur Haustür kann zur Stolperfalle werden”, sorgt sich ein Bürger. Die Einwohner von Havert, Stein und Millen-Bruch dokumentieren ihren Protest mit 300 Unterschriften; die Liste wurde dem Bürgermeister übergeben.

Unsere Zeitung möchte das kontrovers diskutierte Thema des Laternen-Aus näher beleuchten. Deshalb laden wir für Dienstag, 9. Oktober, 18.30 Uhr, interessierte Leser zum mobilen Leserforum in Havert ein. Bürgermeister Herbert Corsten und Vertreter der Kreispolizeibehörde sind vor Ort, um beim Rundgang die Problematik, insbesondere die nächtliche Sicherheitslage, zu erörtern und sich Fragen zu stellen.

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