Leserbriefe zu Mensch, Tier und Umwelt: Nachhaltiger, gesünder, schützender

Leserbriefe zu Mensch, Tier und Umwelt : Nachhaltiger, gesünder, schützender

Bundesministerin Julia Klöckner will das umstrittene Vorgehen des Töten von männlichen Küken ab Ende 2021 verbieten lassen. Das Thema beschäftigte unsere Leser ebenso wie die CO2-Ziele, Nachhaltigkeit und Umweltschutz.

Jochen Bedey aus Herzogenrath hat sich Gedanken gemacht zum Bericht „Ringen um das Kükentöten“ über die Pläne der Bundesagrarministerin Julia Klöckner, das umstrittene Vorgehen ab Ende 2021 verbieten zu lassen:

Wenn ich die Wahl als Küken hätte, würde ich den schnellen Tod vorziehen: Schreddern, Köpfen oder langes Leben in einer Eierproduktion? (Anm. d. Red.: Männliche Eintagsküken werden aufgrund mangelnder Rentabilität der Mast von auf Legeleistung gezüchteten Tieren separiert und getötet. Auch weibliche Eintagsküken werden teilweise getötet.) Mästerei oder Aufzuchtstation! Wie wird da das Wort „Leben“ buchstabiert? „Gewinne machen“! Zur Eierproduktion gehört ein kleiner Käfig, kein Auslauf (ausgenommen bei Bioeierproduzentenhühnern), Mästerei bis zum Erreichen des passenden Gewichtes, dann wird man (also Huhn, Hahn) lebendig an den Beinen an einer Laufkette aufgehangen mit dem Kopf nach unten, was in den meisten Fällen mit dem Köpfen endet (klappt nicht immer auf Anhieb). Also wohl dem Tier, das diesen unsäglichen Weg nicht gehen muss. Wollt ihr noch mehr Beispiele, wie das zum Beispiel mit Schweinen geht oder Kälbern (Delikatessenspender), die in kleinen Boxen mit wenig Bewegungsfreiheit auch bei sengender Hitze draußen gehalten werden? Über die Transporte will ich gar nicht erst anfangen – was aber auf alle tierischen „Leckereien“ zutrifft! Also, mein liebes Küken, sei nicht traurig, dass du nicht leben durftest, aber was auf dich zugekommen wäre, hätte nichts mit Leben zu tun. Gute Reise und Grüße von einem, der genau weiß, was der „liebe“ Gott zu diesem ganzen menschgemachten Prozedere sagen würde: Oh, was habe ich bei der Schaffung des Menschen falsch gemacht!?! Sorry, Herr Pfarrer, habe ich was gegen Ihren Chef gesagt?

Weiterhin guten Appetit!

Stephan Rex aus Aachen befasst sich auch mit dem Thema Kükentöten:

In der Vereinbarung, die der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft zum schrittweisen Ausstieg aus dem Kükentöten durch Schreddern vorschlägt, ist bezeichnenderweise nur die Rede von dem Eierangebot für den Lebensmitteleinzelhandel, für das es kein Bruderhahnkükentöten mehr geben soll. Der Verbraucher soll hier wieder einmal mit schönen Worten getäuscht werden. Denn was geschieht mit den Eiern, die direkt an die Lebensmittelindustrie geliefert werden und dann als fertige Backwaren oder Zutaten für andere Fertigprodukte auf den Markt kommen? Dieser Anteil an der Produktion ist vermutlich sogar größer als das Angebot im Einzelhandel. Gut, dass Frau Klöckner als Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft diesem Vorschlag einer Branchenvereinbarung bisher nicht zugestimmt hat. Aber das heißt leider noch nicht, dass wirklich ein Umdenken weg von der industriellen Produktion von Lebewesen eingesetzt hätte. Bleiben wir wachsam!

Charlotte Serbens aus Aachen meldet sich zum Text „Minister Pinkwart: NRW übertrifft die CO2-Ziele deutlich“ zu Wort:

NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart verkündet stolz einen deutlichen Rückgang der CO2-Emissionen in NRW. Leider schmückt er sich dabei mit fremden Federn. Denn der Rückgang beruht fast ausschließlich auf dem gestiegenen Preis für CO2-Emissionen im EU-Emissionshandel. Dieser hat dafür gesorgt, dass weniger Braunkohle eingesetzt worden ist. Selbst hat Pinkwart im Jahr 2019 mit der Festlegung eines Mindestabstandes für Windkraftanlagen von 1,5 Kilometern zu Wohnhäusern hingegen den Klimaschutz torpediert. Wahrscheinlich wird er sich nächstes Jahr mit dem coronabedingten Rückgang der Emissionen schmücken. Nachhaltig und preiswert wird unsere Energieversorgung aber nur mit mehr Windkraftanlagen.

Dr. Frohlinde Weber aus Aachen ergänzt den Service-Text „So wird die Garderobe nachhaltig“:

Ihre guten Hinweise möchte ich um einen weiteren ergänzen: Gute und nachhaltig hergestellte Kleidung zu fairem Preis – und weitere Artikel aus fairem Handel – erhält man im DW-Shop der deutschen Welthungerhilfe (www.dw-shop.de) in Königswinter. Man unterstützt damit zugleich die Arbeit der Welthungerhilfe (WHH), indem man die Produkte abnimmt, die von der WHH unterstützte Arbeiterinnen und Arbeiter herstellen. Dabei handelt die WHH nach den strengen Arbeitsrichtlinien der Fair Wear Foundation (www.fairwear.org), sorgt und kontrolliert also, dass angemessene Löhne gezahlt, angemessene Arbeitszeiten eingehalten und sichere, gesundheitsverträgliche Arbeitsbedingungen garantiert werden.

Ich beziehe seit Jahren Kleidung von dort und habe auch schon Pullis und Blusen an meine Enkelinnen verschenkt.

Die Kleidung ist in gutem Sinn zeitlos, so dass man sie auch jahrelang tragen kann und der etwas höhere Preis sich so „bezahlt“ macht.

Willi Packbier aus Eupen sieht Parallelen zwischen dem Coronavirus und dem Umweltschutz:

Durch Corona ist die Problematik Umwelt deutlich in den Hintergrund gerückt, trotzdem es hier eindeutige Parallelen gibt. Bei der Bekämpfung von Corona hatten Konsum und Wachstum nicht mehr die Prioritäten wie bisher. Schnelles Handeln zulasten von Konsum und Wachstum waren erforderlich. Beim Thema Umwelt wären ebenso Maßnahmen zulasten von Konsum und Wachstum erforderlich. Nur mit dem Unterschied, dass mögliche Maßnahmen nicht so drängend sind. Aber das Grundproblem bleibt bestehen. Umweltschutz und unbegrenztes Wachstum sind einfach nicht zu vereinbaren. Auch wenn man sich noch so bemüht, dieses Faktum wegzudiskutieren.

Theresa Hellemann aus Aachen beschäftigt der Beitrag „Letzte Funk­löcher werden gestopft“:

In dem Artikel wird berichtet, dass nun die Einrichtung der neuen G5-Technologie unmittelbar bevorsteht und dass man sämtliche Funklöcher stopfen will. „Die Bevölkerung will Scheuer ‚transparent und neutral’ über Anwendungsfehler und mögliche Risiken der Mobilfunktechnologie informieren.“ Das hört sich gut an, man muss sich allerdings fragen, ob man die Bevölkerung nicht über mögliche Risiken informieren sollte, bevor man darangeht, die Verträge für die neue Technologie zu unterschreiben. Es sieht so aus, dass die Menschen letztendlich vor vollendete Tatsachen gestellt werden sollen und gar nicht die Möglichkeit haben, sich zu wehren, wenn sie nicht bereit sind, die gesundheitlichen Konsequenzen zu tragen.

Diese Konsequenzen sind nicht kleinzureden. Es sind gravierende Beeinträchtigungen, wie im Internet berichtet wird, von Orten, wo die G5-Technologie schon eingeführt wurde. Wenn Ärzte sehr davor warnen, sollte man das ernst nehmen und die Auswirkungen gründlich untersuchen und die Öffentlichkeit ehrlich darüber informieren.

Nur wenn die Öffentlichkeit ehrlich informiert wird über die Konsequenzen, kann sie entscheiden, ob sie bereit ist, für die Vorteile der neuen Technologie die gesundheitlichen Nachteile und die Nachteile für die Natur in Kauf zu nehmen.

Franz-W. Görtz aus Alsdorf merkt zum Leserbrief von Rüdiger Haude aus Aachen zum Bericht „Mit ‚Durchhaltevermögen’ zum Mars“ an:

Die Vereinigten Arabischen Emirate wollen zum Mars, andere Länder wie bekannt auch. Jedoch: 821 Millionen Menschen leiden laut UNO an Hunger. Laut Unicef stirbt alle zehn Sekunden ein Kind wegen Hunger. Täglich sterben rund 24.000 Menschen an Hunger, das heißt: Sie verhungern! Was wollen die Menschen auf dem Mars oder Mond, wenn sie es hier auf der Erde noch nicht mal „auf die Reihe kriegen“?

Allein die Kosten, die eine Marsmission verursacht, sind bezüglich des Hungers in der Welt unmoralisch und unanständig (wie das heute so heißt).