NABU ruft zur Vogelzählung auf

„Stunde der Wintervögel“ : Mit Fernglas und Notizblock der Amsel auf der Spur

Wie steht’s ums Öcher Federvieh? Am kommenden Wochenende ruft der Naturschutzbund zur „Stunde der Wintervögel“ auf.

Wie viele Amseln, Meisen, Rotkehlchen oder Buchfinken leben in Aachen? Um festzustellen, wie es um die Wintervögel in der Stadt bestellt ist, lädt der Naturschutzbund (Nabu) alle Mitbürger ein, bei der nächsten Vogel-Zählaktion „Stunde der Wintervögel“ teilzunehmen. Von Freitag, 4. Januar, bis Sonntag, 6. Januar, ruft der Nabu zu der Aktion auf.

Wie in jedem Jahr findet das große Vogelzählen auch diesmal am ersten Januarwochenende statt, und zwar bundesweit. Ziel der groß angelegten Aktion ist es, anhand der zusammengetragenen Ergebnisse feststellen zu können, wie sich der Bestand der Vogelwelt deutschlandweit verändert hat.

Globales Wetter entscheidet

Vogelexperte Heinz Kowalski des NRW-Landesverbandes des Nabu, erklärt, dass auch das globale Wetter mitentscheidet, wer an den Futterhäusern zu Gast ist. „In warmen Sommern finden die Vögel reichlich Nahrung an heimischen Bäumen und Sträuchern. Ist im Gegensatz dazu der Winter reich an Schnee und kalt, suchen die Vögel eher im Siedlungsbereich nach Nahrung“, sagt Kowalski.

Wer sich an der Aktion beteiligt, könnte aufgrund des heißen, trockenen Sommers diesmal vielleicht auf überraschende Ergebnisse treffen, schätzt der Nabu.

Denn die Vögel haben im vergangenen Sommer reichlich Nahrung finden können. Auf der anderen Seite sei Kälte für die überwinternden Vögel kein Problem, erklärt Kowalski. „Sie versuchen im Winter, iIhre Körpertemperatur zwischen 38 und 42 Grad Celsius aufrecht zu halten und plustern ihr Gefieder stark auf, um sich vor der Kälte zu schützen.“

Die Schwanzmeisen beispielsweise machen es fast so wie wir Menschen im kalten Winter: Sie kuscheln sich in Schlafgemeinschaften zusammen und gehen so gemeinsam gegen die Kälte an.

Im Januar, des vergangenen Jahres haben nach Angaben des Nabu allein in Nordrhein-Westfalen rund 26.000 Vogelfreunde an der Aktion teilgenommen. Es wurden demnach fast 634.000 Vögel gemeldet.

Der Naturschutzbund hofft für das Wochenende auf gutes, sonniges Wetter, denn bei Regen sind weniger Vögel unterwegs. Wer Glück hat, kann ein paar Tiere beobachten, die nicht so häufig zu sehen sind: „Der leuchtend gelb-schwarze Erlenzeisig, der Gimpel und die Wacholderdrossel zeigen sich bereits in unseren Gärten“, erklärt Kowalski.

Wer mitmachen möchte, sollte folgende Hinweise des Naturschutzbundes beachten: Beobachten kann man Vögel am besten an einem ruhigen Ort wie beispielsweise dem heimischen Garten, einem Park oder auf dem Balkon.

Wer sich in der Ornithologie nicht so gut auskennt, sollte vorab einen Blick auf die Internetseite des Nabu werfen, dort sind die häufigsten Vögel mit Foto aufgelistet.

Anschließend sollten alle Ergebnisse notiert und an den Nabu weiterleitet werden. Das geht entweder übers Internet, telefonisch unter 0800/1157115 oder auch postalisch bis zum 15. Januar an Nabu, Stunde der Wintervögel, 10469 Berlin. Unter allen Teilnehmern werden auch Preise verlost. Weitere Informationen zur Aktion, auch über die verschiedenen Vogelarten, stellt der Naturschutzbund auf seinen Internetseiten zur Verfügung.

(red)