Sicherheit : Motorradfahrer sollten behutsam starten

Sicherheit : Motorradfahrer sollten behutsam starten

Für Biker hat die neue Saison trotz der Corona-Pandemie wieder begonnen. Während einige motorisierte Zweiradfahrer das Krad bei schönem Wetter für den Weg zur Arbeit nutzen, ist das Motorradfahren für viele andere der Inbegriff von Freiheit und dient ausschließlich dem Fahrspaß.

Doch gerade jetzt sollten Motorradfahrer abwägen, ob die persönliche Fahrfreude nicht besser zurückgesteckt werden sollte, schließlich ist das Risiko mit einem Motorrad in einen schweren Unfall verwickelt zu werden um ein Vielfaches höher als im Auto, gibt Achmed Leser vom TÜV Thüringen zu bedenken. Vermeidbare Einsätze für Rettungskräfte und Krankhauspersonal sind in Zeiten einer Pandemie wünschenswert. Daher sind in einigen Bundesländern nach wie vor nur notwendige Fahrten wie zur Arbeit oder etwa für einen Arztbesuch mit dem Motorrad erlaubt.

Unfallexperte Achmed Leser appelliert an die gegenseitige Rücksichtnahme und legt Motorradfahrern nahe, behutsam in die Saison zu starten. „Oftmals führen Selbstüberschätzung nach der langen Winterpause oder eine riskante Fahrweise zu folgenschweren Unfällen“, so Leser. „Hinzu kommt, dass Motorradfahrer von anderen Verkehrsteilnehmern oftmals schlichtweg übersehen werden. Besonders jetzt nach der Winterpause rechnen viele nicht mit Motorradfahrern“, warnt der Unfallexperte.

„Kommt es zum Unfall, erleiden Motorradfahrer beziehungsweise deren Soziusfahrer teilweise schwerste Verletzungen oder kommen gar zu Tode“, betont Leser. Er empfiehlt den Zweiradfahrern, sich mit Besonnenheit an das Fahrverhalten ihrer Maschinen heranzutasten. „Das Gefühl für Bremse und Kurvenfahren will über die lange Pause erst wieder erlernt werden.“ Schlaglöcher und Straßenschäden sind eine zusätzliche Gefahr für Zweiradpiloten, gerade in schlecht einsehbaren Kurven. Umso wichtiger, den Saisonstart gemächlich anzugehen und den Gashahn im Zaum zu halten.

Wie gefährlich Motorradfahren ist, belegt die aktuelle Verkehrsunfallstatistik. Zwar sind die Verkehrsunfälle mit motorisierten Zweirädern erfreulicherweise zurückgegangen. Dennoch kam es 2019 beispielsweise allein in Thüringen zu 1505 Unfällen mit Beteiligung von Krafträdern. Dabei wurden 19 Personen getötet. Das sind immerhin über 20 Prozent oder jeder Fünfte der Getöteten auf Thüringer Straßen. Diese Zahl ist umso erschreckender, wenn man bedenkt, dass motorisierte Zweiräder nur an knapp drei Prozent aller Unfälle im Freistaat beteiligt sind.

(amv)