Kreis Heinsberg: Mord und Musik passen bestens zusammen

Kreis Heinsberg: Mord und Musik passen bestens zusammen

„Mord und Musik” - wie das zusammenpasst, wurde eindrucksvoll bewiesen in der Erkelenzer Leonhardskapelle.

Präsentiert wurde mit einer Autorenlesung das Ergebnis eines Literaturkurses der Anton-Heinen-Volkshochschule, nämlich der Sammelband „Tödlicher Selfkant”, der Nachfolgeband von „Blutroter Selfkant”. Insgesamt 16 Autoren aus dem Kreis Heinsberg haben kriminelle und unheimliche Geschichten verfasst, die im Kreis Heinsberg spielen.

Spannung beim Zuhören

Sechs von ihnen lasen ihre Geschichten vor: Paul-Gerhard Theymann, Heidi Hensges, die unterstützt wurde von „Fiesling” Detlef Püttmann, Clemens Hardmann, Mechtild Gödecke und Gerd Grunewald. Es war spannend, ihnen zuzuhören, langweilig war es keine Sekunde. Und es standen nicht so sehr Mord und Totschlag mit ihrer Aufdeckung durch die Polizei im Vordergrund (ab und zu gab es auch einmal einen Toten), als vielmehr äußerst witzige und fantasievolle Begebenheiten mit oft überraschenden Wendungen, viel Humor und Augenzwinkern - all dies auch noch sehr gekonnt vorgetragen.

So mag als Beispiel für äußerst gelungene Erzählkunst die Geschichte „Halleluja” von dem in den Selfkant verschlagenen Hamburger Gerd Grunewald stehen, der in seinem norddeutschen Slang Persönliches, Kriminalistisches, Witziges, Überraschendes und Satirisches sowie Kritik an überkommenen Glaubenswahrheiten zu einer amüsanten Mischung verband, wobei auch die für Fremde manchmal seltsamen Bräuche ihr Fett abbekamen. Aber es gab nicht nur Spaßiges: So thematisierten Heidi Hensges und Mechtild Gödecke Homosexualität und Nachbarschaftsprobleme.

Nach jedem Beitrag gab es lang anhaltenden Beifall. Und den gab es auch nach den Auftritten des Frauenchores „Auftakt” unter Leitung von Annette Latour (deren Geburtstag an diesem Tag von ihrem Chor und den Anwesenden mit ­einem Ständchen gefeiert wurde), der temperamentvoll und auf hohem musikalischen Niveau die „tödlichen Selfkantianer” begleitete und unterstützte. Beate Theißen begleitete am Klavier die sangesfreudigen Damen, die nicht nur ihr eigenes Metier singend lobten, sondern auch mit „Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett” oder dem „Kriminaltango” viel zur Atmosphäre des Abends beitrugen.

Der Erlös aus dem Verkauf des Buches, das von Kurt Lehmkuhl herausgegeben wurde, kommt dem Erkelenzer Hospiz zugute. Lehmkuhl, der auch durch das Programm führte, kündigte weitere Veranstaltungen an, in denen auch die anderen Autoren zu Wort kommen sollen. So lässt sich die Freude an spannender Lektüre mit der Nächstenliebe verbinden.

„Tödlicher Selfkant” im „Lustigen Dreieck”

Die kriminellen Geschichten vom „Tödlichen Selfkant” werden am Mittwoch, 23.November, ab 19.30 Uhr im sonst so „Lustigen Dreieck” im Erkelenzer Stadtteil ­Lövenich (In ­Lövenich 85) vorgelesen. Einige Autoren stellen im Rahmen dieser Lesung ihre Kurzkrimis vor.Auch aus dem Vorgängerband „Blutroter Selfkant” wird gelesen.

Zu dieser Benefizlesung lädt der ­Eifelverein Erkelenz gemeinsam mit VHS-Kursleiter Kurt Lehmkuhl ein. Der Erlös fließt in den Spendentopf für das Erkelenzer Hospiz. Fragen zur Lesung beantwortet Detlef Püttmann unter Telefon 02431/81800.