Hückelhoven-Millich: Mobiler Jugendtreff hat in Ledigheim neue Bleibe gefunden

Hückelhoven-Millich: Mobiler Jugendtreff hat in Ledigheim neue Bleibe gefunden

Der „Abhänger” hat einen neuen Standort. Mit der Eröffnung des neuen Jugendtreffs an der Schaufenberger Straße fand er dort auf dem Gelände auch eine neue Bleibe, nachdem er rund drei Jahre lang als mobiler Jugendtreff an der Schützenwiese gedient hatte.

Der neue Jugendtreff ist die ehemalige Hausmeisterwohnung des „Ledigenheims” und stellt eine bisher einzigartige Kooperation der evangelischen Kirchengemeinde, der Stadt und des Projekts „streetnet” sowie des Jugendreferats des Kirchenkreises Jülich dar.

Bei der Eröffnung des neuen Treffs betonte Bürgermeister Bernd Jansen, dass sich der Bedarf im Dialog mit den Jugendlichen vor Ort herauskristallisiert habe. Der Bedarf nach einem festen Platz, wo man „chillen kann”, war schon 2006 an ihn herangetragen worden. Vor allem der Spielplatz am Taubenweg war als Treffpunkt weder für die Jugendlichen noch für die Anwohner akzeptabel gewesen.

Ab März 2006 war der Bauwagen an der Schützenwiese als mobile Form der Jugendarbeit in Betrieb genommen worden. Schon bald war allen Beteiligten klar, dass er nicht ausreichte. So machten sich die Stadt und die evangelische Kirchengemeinde auf die Suche nach einem geeigneten Treffpunkt. Fündig wurde man auf der Schaufenberger Straße.

Neben der Wohnung, die zum Treffpunkt ausgebaut wurde, überzeugte der Standort vor allem durch seine großzügige Außenanlage, die auch Aktivitäten im Freien ermöglicht. Die Renovierungskosten für den Treff in Höhe von 20.000 Euro sowie die Ausstattung für 5000 Euro übernahm die Stadt. Annette Peters, die bisher den „Abhänger” betreute, übernimmt in Kooperation mit ihren Kollegen aus Hückelhoven, Ratheim und Schaufenberg die Leitung des neuen Treffs.

„Ein Vorteil dabei ist auch, dass bei bestimmten sensiblen Themen Jungs männliche und Mädchen weibliche Ansprechpartner haben”, betont Thomas Meuter vom Jugendzentrum „Rainbow”. Streetworker Markus Bassauer fällt darüber hinaus die Aufgabe des „Lotsen” zu, denn er wird die Jugendlichen an ihren informellen Treffpunkten besuchen und auf die neue Möglichkeit an der Schaufenberger Straße hinweisen. Darüber hinaus sucht er auch den Kontakt zu den Nachbarn. Denn Konflikte sollen schon im Vorfeld verhindert werden.

Am 9. Oktober findet deshalb ein Einweihungsfest statt, zu dem neben den Jugendlichen und ihren Eltern auch die Nachbarn eingeladen sind. Vorerst wird der Treff dienstags bis freitags sowie alle 14 Tage auch samstags geöffnet sein. Auch bei den Ferienspielen vom 6. bis 17. Juli werden das Haus und das Außengelände mit einbezogen. In Millich leben derzeit 297 Kinder von sechs bis 14 Jahren und 173 Jugendliche von 14 bis 18 Jahren.

Bei der Planung des Treffs dabei war auch Kevin Kreuz. Der Zwölfjährige ist Teil des sechsköpfigen Teams, das schon auf der Schützenwiese im Einsatz war. Die Aufgaben der „Teamer” reichen von der Durchsetzung des Programms bis hin zu ganz praktischen Aufgaben wie Streitschlichten. Beim neuen Treff freut er sich besonders über die große Außenanlage mit Bolzplatz.

Trotzdem wünscht er sich noch zusätzlich ein Basketballfeld, denn „Platz dafür haben wir hier auf dem Grundstück auf jeden Fall”. Einen Verbesserungsvorschlag hat auch die neunjährige Vanessa Thönneßen. Sie wünscht sich ein größeres Klettergerüst und eine Rutsche. So wird sich Bürgermeister Jansen schon auf die nächsten Anregungen bei seiner Jugendsprechstunde einstellen können, denn den Jugendlichen aus Millich gehen die Ideen nicht so schnell aus.

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