Düren: Mit dem Regenschirm in die Kamelle-Schauer

Düren : Mit dem Regenschirm in die Kamelle-Schauer

Echten Jecken scheint die Sonne aus dem Herzen. Von so einem miesepetrigen Nieselregen lassen sie sich folglich nicht abhalten, den Höhepunkt der Fünften Jahreszeit gemeinsam mit Dürens Prinzenpaar Rolf II. und Petra I. zu feiern.

Etwa 85.000 mehr und weniger kostümierte Närrinnen und Narren säumten nach Angaben der Polizei am Orchideensonntag die Wegstrecke des Karnevalszuges. Die mitgebrachten Regenschirme wandelten sie angesichts der Kamelle-Schauern zu Käschern um. „Das ist einfach unbeschreiblich schön”, gab Dürens Prinz eine Einschätzung der närrischen Lage - und gemeinsam mit den Jecken schaffte es Seine Tollität mehr als drei Stunden lang, den grauen Himmel über der Stadt vergessen zu machen.

Schokolade in der Krise

Rund 2000 uniformierte und kostümierte Jecken brachten Süßes unters Volk, 500 Musiker sorgten für Stimmung. 24 Motiv- und Komiteewagen schaukelten durch das Geschehen; auf einem thronte kamellewerfend Kinderprinz Tobias. Ob des regnerischen Wetters blieb jedoch ein Großteil der traditionell teilnehmenden Evivo-Volleyballer dem Treiben fern. „Ich will nicht riskieren, dass sich vor dem Spiel gegen Berlin am Dienstag jemand erkältet”, sagte Trainer Sven Anton. Die Evivos zeigten dennoch Flagge - zusammen mit den Moskitos und Fans des SCC Berlin.

Angesichts der Wirtschafts- und Finanzkrise hatten viele Zugteilnehmer offenbar beschlossen, beim Wurfmaterial den Anteil tröstender Schokolade zu erhöhen und auch lebenspraktische Dinge zu kamellisieren. So warfen sie unter anderem mit Blick auf die wachsende Gruppe der Heimwerker „Munition” für Heißklebepistolen und Kassetten mit erbaulichen Liedern der „Kelly Family”. Ziemlich jeck, der Karneval.