Städteregion: Minimale Änderungen bei Einbruchszahlen

Städteregion: Minimale Änderungen bei Einbruchszahlen

Die Zahl der Wohnungseinbrüche im Altkreis Aachen hat sich in diesem Jahr minimal verändert. In der Stadt Aachen gab es derweil einen Rückgang von rund 21 Prozent. Dies geht aus einer vorläufigen Jahresbilanz des Polizeipräsidiums Aachen hervor, die Donnerstag anlässlich der momentanen „Hochzeit der Einbrecher“ in der dunklen Jahreszeit präsentiert wurde.

„Wir haben Erfolge erzielt. Diesen Stand gilt es nun zu sichern“, fasste Polizeipräsident Dirk Weinspach die wichtigste Erkenntnis einer Zwischenbilanz zusammen, die den Zeitraum von November 2013 bis November dieses Jahres umfasst. Dennoch seien die absoluten Zahlen auf einem „unbefriedigend“ Stand, hieß es weiter.

Als Erfolg sind die Werte aus Eschweiler zu bewerten. Dort gingen die Wohnungseinbrüche um gut 19 Prozent zurück. Waren es Stand November 2013 noch 175 Einbrüche — statistisch fallen unter die Kategorie Einbruch auch Einbruchsversuche —, ist diese Zahl bis November dieses Jahrs auf 142 gesunken.

In Stolberg gab es bei den absoluten Werten derweil einen drastischen Zuwachs zu vermerken: Von 220 Einbrüchen bis November des letzten Jahres ist der Wert auf 305 bis November 2014 gestiegen — ein Plus von rund 39 Prozent. Hierbei ist derweil entscheidend, dass es eben statistisch keine differenzierte Betrachtung von Einbruchsversuchen und effektiven Einbrüchen gibt.

Nach Angaben der Polizei gehen alleine 80 Einbruchsversuche gar auf nur einen „dilettantischen“ Einzeltäter oder eine bestimmte Gruppe zurück; nur eine geringe einstellige Zahl der Versuche endete schließlich erfolgreich. Überdies stehen bis zu 16 Wohnungseinbrüche von ein und derselben Jugendbande kurz vor der endgültigen Aufklärung.

Um zehn Prozent beziehungsweise um sechs Fälle ist die Quote in Baesweiler gesunken: Von 56 bis November 2013 auf glatte 50 im selben Zeitraum 2014. Eine marginale Veränderung gab es auch in Herzogenrath — leider nach oben. Dort gab es mit insgesamt 114 Einbrüchen zwei mehr als im vergangenen Vergleichszeitraum. In Alsdorf ist die Zahl der Einbrüche auf über 100 gestiegen. Und zwar um 17 Prozent von 98 auf 115. Eine Steigerung von gut zehn Prozent hat die Kommune Würselen zu vermelden: Bis zum Stichtag dieses Jahres waren es 124, letztes Jahr waren es noch 112.

Mit diesen Zahlen kann die Eifel nicht mithalten: Monschau, Simmerath und Roetgen kommen bis November 2014 zusammen auf 57 Wohnungseinbrüche — und bei allen drei sind die Zahlen jeweils rückläufig. Monschau verzeichnete vier Einbrüche weniger; die Kommune zählte bis vergangenen November 14 Einbrüche. In der Gemeinde Simmerath waren es beim jetzigen Stand von 23 Fällen gar zehn weniger. Fast unmerklich hat sich die Statistik in Roetgen verändert: Bis November 2014 waren es mit 20 Einbrüchen einer weniger als 2013.

Zusammengerechnet kommen die genannten neun Kommunen und Gemeinden auf 907 Fälle. Die Stadt Aachen als letztes Mitglied der Städteregion weist im selben Zeitraum 901 Wohnungseinbrüche auf.

Auf der Agenda der Behörde liegt die Aufklärung von Wohnungseinbrüchen sehr weit oben. Hierfür hat die Polizei Aachen vier weitere Sacharbeiter — momentan sind es zwölf — nur für diesen Bereich eingestellt. Um eine positive Entwicklung in der gesamten Städteregion voranzutreiben, setzten die Verantwortlichen zudem auf einen polizeilich-bürgerlichen „Dreiklang“.

Dieser definiert sich durch die polizeiliche Ermittlungsarbeit, Präventionsmaßnahmen und die Wachsamkeit der Bürger, erklärte Wilhelm Sauer von der Kriminalinspektion. Letzteres gilt es nach Aussagen Sauer weiter zu verstärken: „Die Menschen sollen sich nicht scheuen, auch bei Kleinigkeiten, die ihnen auffallen, die 110 zu wählen.“

Zudem solle sich die Bürgerschaft von einem bestimmten Täterprofil eines Einbrechers lösen, appellierten Weinspach, Ulrich Flocken von der Kriminaldetektion und Sauer. Die Einbrecher sein nicht immer männlich, maskiert und dunkelgekleidet — vermehrt sind es unauffällig wirkende Jugendliche oder auch junge Frauen, erklärten sie.

Daher sei es bei Zeugenaussagen extrem wichtig, auch Beobachtungen zu schildern, die anfangs wahrscheinlich keinen Verdacht wert waren. Auch soll man gezielt Menschen ansprechen, die anscheinend auf der Suche nach „irgendetwas“ in der Straße sind — potenzielle Einbrecher fühlen sich so „entdeckt“, erläuterte Wilhelm Sauer. Und: „Ein Zusatzschloss und alles, was Einbrechern Zeit kostet, schreckt ab.“

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