Kommentar zu Arbeitsvermittlern: Wir alle profitieren

Kommentar zu Arbeitsvermittlern : Wir alle profitieren

Die Wirtschaft floriert. Kleine wie große Unternehmen aus allen Branchen suchen händeringend nach Arbeitskräften. Mittlerweile finden auch immer mehr Menschen, die seit mehr als einem Jahr arbeitslos sind, einen Job.

Noch vor zwei, drei Jahren haben viele Betriebsinhaber dankend abgelehnt, wenn Arbeitsvermittler des Jobcenters versuchten, Leute bei ihnen unterzubringen. Da halfen auch keine noch so großzügigen Förderzusagen. Das ist jetzt anders. Immer mehr Arbeitgeber sind bereit, Menschen einzustellen, die aufgrund ihrer Lebensgeschichte vielleicht nicht auf Anhieb 100 Prozent Leistung bringen können, die länger eingearbeitet werden müssen und die eventuell sogar flankierend Unterstützung im privaten Bereich brauchen.

Bei dem einen oder anderen ist diese Einstellungsänderung eher aus der Not geboren, andere sind aufgrund guter Erfahrungen mittlerweile schon „Überzeugungstäter“. Egal, das Ergebnis ist dasselbe. Von dieser neuen Haltung profitieren auch Flüchtlinge, bundesweit wie in der Region Aachen-Düren-Heinsberg. Diese Menschen sind zwar nicht nach Deutschland gekommen, weil sie hier einen Job finden wollen.

Sie wollen lernen und arbeiten

Die Fluchtgründe sind bei den allermeisten Krieg, Terror und Menschenrechtsverletzungen in jeglicher Form in ihren Heimatländern. Aber sie wollen arbeiten oder eine Ausbildung machen, sobald sie es dürfen, und nicht von Sozialleistungen leben. Von wegen „Einwanderung in den Sozialstaat“! Hunderttausende Geflüchtete haben inzwischen einen sozialversicherungspflichtigen Job. Sie zahlen Steuern und Beiträge zur Sozialversicherung. Davon profitieren wir alle.

Es hapert bei der Sprache

Womöglich könnten noch mehr Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt integriert werden beziehungsweise eine Ausbildung beginnen, wenn es ausreichend Sprachkurse gäbe. Doch da hapert es vielerorts noch, insbesondere bei Aufbaukursen. Betriebe könnten da in die Bresche springen, kreatives Unternehmertum ist gefragt, um kleine Lösungen vor Ort zu finden. Immer mehr Unternehmer sind dazu bereit. Das nützt ihnen. Das nützt den arbeitslosen Menschen, egal ob Flüchtlinge oder nicht. Und das nützt der Gesellschaft.

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