Glosse zu Weihnachten: Stoff für Zoff

Glosse zu Weihnachten : Stoff für Zoff

Das Schöne an der Weihnachtszeit ist für mich, dass ich nicht bügeln kann, weil alle Steckdosen mit Lichterketten belegt sind. Der nicht so schöne Gedanke: Wie kann ich es allen am ersten Weihnachtstag essenstechnisch recht machen?

Die Lieblingswurst meiner Tochter heißt derzeit Extrawurst. Sie verlangte dank der Gehirnwäsche ihrer Cousine Maya dieses Jahr glutenfreie Vollkorn-Hirse-Dinkel Kekssubstitute anstelle von Zimtsternen. Das Ergebnis meiner Bemühungen: Wir hatten noch nie so robuste, teutonische Wurfsterne.

Meine Nichte Maya ist eigentlich ein ganz normales Teenager-Mädchen: Gewicht 45 Kilo, mit Schminke 47 und mit Klamotten 47,4 Kilo – und sie ist Veganerin. Daher lag sie vorgestern mal wieder total erkältet auf unserem Sofa. Trotz heftigen Vorbereitungsstresses bot ich ihr an, eine heiße Milch mit Honig zu zubereiten. Sie giftete: „Bist du verrückt? Ich bin Veganer!“ Ich reagierte genervt: „Na gut, dann stirbst du eben halt mal.“

Meine Schwester ist mittlerweile strenge Vegetarierin. Sie trinkt noch nicht einmal Leitungswasser, weil es aus dem Hahn kommt. Ich bevorzuge Bioprodukte, während Tante Ria letztes Jahr schon monierte: „Bio? So ein Quatsch. Ab einem gewissen Alter sollte man alle Konservierungsstoffe zu sich nehmen, die man kriegen kann.“ Ich liebe süße Desserts, was man meinen Hüften „Tira“ und „Misu“ auch ansieht. Onkel Hugo hingegen rührt seinen Teller nie an. Er hat Zucker und schob den Teller Richtung Enkelkinder, damit die es irgendwann mal genauso gut haben wie er.

Ich bin mittlerweile einem Nervenzusammenbruch näher als meinen eigenen Innereien und gönne mir jetzt erst mal einen Tee – okay, ich geb’s zu , es ist Tee…quilla.

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