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Leserbriefe zum Thema Flugverkehr: Über Fluglärm zeitig beschweren

Leserbriefe zum Thema Flugverkehr : Über Fluglärm zeitig beschweren

Wenn es am Himmel laut wird und auf der Erde warm: Unsere Leserinnen und Leser sprechen über den zunehmenden Fluglärm in der Region und den Klimawandel.

Gisela Schartmann aus Aachen äußert sich zum Beitrag „Die Spur führt zum Flughafen Lüttich“:

Leider kann ich die Berichte über den zunehmenden Fluglärm, Vaalserquartier und Vaals betreffend, nur bestätigen. Wie traurig ist es doch, dass so ruhige Wohn- und Naturgebiete seit dem Sommer 2018 zunehmend von lautem Fluglärm tags- und nachtsüber belästigt werden! Über die Aussage der Deutschen Flugsicherheit (DFS), die sich auf die Einhaltung der Flughöhen beruft, kann ich mich nur ärgern.

Denn nicht allein die Flughöhen sind verantwortlich für den entstehenden Lärm. Das Alter und Gewicht der Maschinen, Wetterlage, Kurven, Sink- und Steigflug nehmen ebenfalls Einfluss auf die Lärmerzeugung. Trotz meiner Nachfragen hüllt sich die Deutsche Flugsicherheit (DFS) über die unzumutbare Lärmbelästigung durch Flugzeugpassagen im Dreiländereck in Schweigen. Es wäre sinnvoll, wenn sich die Anwohner zügig bei der DFS beschwerten, denn die Expansion des Lütticher Flughafens ist in vollem Gange. Die Anzahl der Flugbewegungen steigt langsam, aber sicher.

Bis 2025 soll das Passagieraufkommen in Lüttich/Bierset verdoppelt sowie die Frachtbeförderung vor allem von großen lärmträchtigen Frachtflugzeugen um ein Drittel gesteigert werden. Der chinesische Onlinehändler Alibaba, auf Konkurrenzkurs zu Amazon, macht es möglich. Die Niederlande haben übrigens im Grenzbereich von Belgien die Verkehrsrechte ihres Luftraums an die belgische Luftverkehrsleitung Skeyes bereits 2013 übergeben, also freier Flug unter anderem für Alibaba. Wer denkt da noch ans Klima? Die „grüne“ belgische Partei Ecolo auf jeden Fall nicht ...

Eva-Maria Bohm aus Aachen reagiert auf den Leserbrief Heinz ­Stoeck aus Aachen zum Thema Fluglärm, der die Frage aufwarf, warum kommerzielle Rundflüge über Wohngebiete erlaubt werden, und das auch noch an Sonntagen:

Es gibt eine Lärmschutzverordnung des Landes NRW, die besagt, dass an Sonntagen niemand Gartengeräte, die Lärm verursachen, betätigen darf. Warum ist es den Hubschraubern aus Merzbrück gestattet, an jedem Sonntag in diesem Sommer ab Mittag drei- bis viermal pro Stunde über den Westen Aachens (in unserem Fall Vaalserquartier) zu fliegen und dabei mehr Lärm zu produzieren, als es mehrere Rasenmäher zu gleicher Zeit tun würden? Wer erteilt diesen Unternehmen die Genehmigung? Ich möchte die Anwohner, die sich ebenfalls massiv gestört fühlen, auffordern, sich dagegen zu wehren.

Werner Siemons aus Aachen hat sich allgemeine Gedanken zum Klima gemacht:

Als Rentner bewegt mich seit einiger Zeit das Thema Klimawandel. Ich verzichtete auf „Komfort“: rasen, fliegen, grenzenlos einkaufen. Mein „Verzicht“ für ein besseres Klima war aber ohne jeglichen Einfluss auf die Gesamtsituation: der Winter ohne Frost, der Sommer mit unerträglichen Hitzewellen. Ich kaufte das Buch von Sven Plöger „Zieht Euch warm an, es wird heiß!“ Ich stellte mir Fragen und er antwortete in seinem Buch:

Ist der Klimawandel menschengemacht? Plöger belegt, dass der menschengemachte Anteil aus Sicht vieler Wissenschaftler zwischen 75 und 100 Prozent liegt.

Was können wir als Bürger tun? Seine Beispiele lauten: bessere Nutzung der Solarenergie, von allem weniger: Autofahren, Papier, Fleisch, Plastik, Verpackungen, Stromverbrauch der Haushalte, Streamen von Audio- und Videodateien.

Wieso muss auch der Staat handeln? Es zeigt sich, dass die Bürger freiwillig ein klimaschonendes Verhalten durch die Summe ihrer Einzelentscheidungen nicht hinbekommen. Also muss die Politik Regeln erlassen, wie einen angemessenen CO2-Preis, stringentere Vorgaben zur Mobilität (Geschwindigkeit, Subventionierung ÖPNV) und zur Landwirtschaft. Und sie muss Themen aufgreifen, die nur sie beeinflussen kann: Schutz der Moore, ein früherer Kohleausstieg als 2038, ein Lieferkettengesetz, das Mercosur-Abkommen nur mit Klimastandards und Sanktionsmechanismen.

Liebe Leserinnen, liebe Leser, die Punkte sind nur einige der zahlreichen Ansatzpunkte für das mögliche Handeln für Bürger und das notwendige des Staates aus dem Buch von Sven Plöger. Wer auch den Wunsch hat, unsere eine (!) Welt für die Enkelgeneration noch lebenswert zu erhalten, der kann durch sein aktives Handeln einen Beitrag dazu leisten, aber auch durch Stimmverhalten versuchen, Einfluss auf die Politik zu nehmen.