1. Meinung
  2. Leserbriefe lesen

Leserbriefe zu Corona-Maßnahmen und Maskenpflicht

Leserbriefe zu den Corona-Maßnahmen : Ohne Plan und ohne Konzept

Bund und Länder diskutieren über weitere Corona-Maßnahmen, „Querdenker“ gehen in Aachen auf die Straßen und Kinder sitzen währenddessen im Unterricht tagtäglich zusammen. Auch unsere Leserinnen und Leser beschäftigen sich mit diesen Themen.

Hans Alt-Küpers aus Aachen meldet sich zum Bericht „Debatte über Klassenteilung hält an“ über die strikte Haltung der NRW-Regierung gegen Maßnahmen an Schulen zu Wort:

„Schulen müssen geöffnet bleiben; sie sind kein Ausgangspunkt für die Ausbreitung von Covid-19!“. So tönen auch NRW-Ministerpräsident Armin Laschet und seine chaotisch agierende FDP-Schulministerin Yvonne Gebauer. Weshalb dann die Weihnachtsferien mit den für viele berufstätige Eltern unliebsamen Folgen vorgezogen werden, bleibt ihr Geheimnis. Im Landtag wollte die Schulministerin es den Abgeordneten jedenfalls nicht erklären. Wie falsch die Rolle der Schulen in der Corona-Pandemie dargestellt wird, zeigen die neuen Zahlen: Am 16. November waren in Deutschland 200.000 Schülerinnen und Schüler in Quarantäne, 3800 Lehrkräfte infiziert, 106 Schulen waren komplett und 4074 (14 Prozent!) teilweise geschlossen. Offensichtlich reichen die Hygienekonzepte der Schulen nicht aus, diese Entwicklung zu verhindern. Konterkariert werden sie, wenn ältere Schüler in den Pausen das Schulgelände verlassen dürfen, um dann in Vierer- bis Sechsergruppen ohne Abstand und Masken über die Straße zu ziehen, um den Bäcker oder Supermarkt aufzusuchen. Die NRW-Landtagsopposition vermutet zu Recht: „Wer glaubt denn ernsthaft, dass sich alle Schülerinnen und Schüler an den Tagen vor Weihnachten allein oder zu zweit in ihren Zimmern aufhielten? Die Jüngeren werden sich vermutlich zum Spielen verabreden, und die Älteren werden durch die Einkaufcenter bummeln.“ So wird das Hoch- und Runterfahren von leichten oder schweren Lockdowns weitergehen – und die Überlastung der Gesundheitsämter und der Krankenhäuser und die schweren Erkrankungen und das Sterben vieler Mitbürger gedankenlos oder billigend in Kauf genommen. Offensichtlich auch von lebensfremden, von Lockerungen faselnden Politikern, die von familiären Weihnachtstreffen reden, aber wohl eher das Weihnachtsgeschäft des Einzelhandels im Blick haben.

Volker Schober aus Aachen hinterfragt einige Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus:

Maskenpflicht im Freien? Dabei ist sogar laut Robert Koch-Institut die Übertragungswahrscheinlichkeit im Außenbereich aufgrund der Luftbewegung sehr gering.

Solange unsere Politiker und Gesundheitsämter auf solch wirkungslose Maßnahmen setzen, werden die Infektionszahlen weiter ungebremst nach oben gehen. Nötig wäre stattdessen die Suche nach den wirklich relevanten Infektionswegen und deren Verhinderung. Hier hilft ein Blick in andere Länder. Nachdem Schweden die anfänglichen Probleme mit dem Schutz älterer Menschen gelöst hat, sind dort die Infektionszahlen seit Monaten nie­drig, ganz ohne Masken. Selbst jetzt im Herbst steigen sie dort deutlich langsamer als hier in Deutschland. Ganz anders dagegen in Spanien, Frankreich oder Belgien. Trotz strenger Maskenpflicht in diesen Ländern, teilweise sogar im Freien, gehen dort die Zahlen durch die Decke. Es ist also höchste Zeit, Infektiologen zum einen nach Schweden, zum anderen nach Frankreich, Spanien und Belgien zu schicken, um herauszufinden, welche unterschiedlichen Maßnahmen und Verhaltensweisen zu so unterschiedlichen Ansteckungsraten führen. Nur aus solchen wissenschaftlichen Untersuchungen heraus lassen sich begründete Empfehlungen ableiten, welche tatsächlich die Ansteckungsraten absenken können. Mit wirkungslosen Scheinmaßnahmen wie Maskenpflicht im Freien werden wir jedenfalls die Pandemie nicht eindämmen.

Doris Leuchter aus Würselen fragt sich:

Was ist eigentlich in den vergangenen sechs Monaten passiert? Wie kann man die Aussage „Wir sind auf eine zweite Welle vorbereitet“ interpretieren? Wa­rum schließen wir jetzt Restaurants, Theater und alles andere, wenn wir nicht in der Lage sind, einen einfachen Corona-Test innerhalb einer Woche auszuwerten? Da muss man sich über Nachverfolgung von Kontakten keine Gedanken mehr machen! Mein Sohn ist bereits seit Tagen in Quarantäne! Als angebliche Kontaktperson, weil er als Torwart beim Fußballtraining an der frischen Luft ohne direkten Kontakt zu einem infizierten Mitspieler teilgenommen hat.

Nach durchgeführtem Test heißt es nun vom auswertenden Labor, dass das Ergebnis „mit Glück“ nach etwa eineinhalb Wochen vorliegt. Wo ist denn da bitte die Logik? Abgesehen davon, dass seine Mannschaftskollegen aus dem Kreis Düren nicht als Kontaktperson gelten – reagiert das Virus auf Dürener Mitbürger anders? Vielleicht verstehe ich unter Vorbereitung auch etwas anderes! Ich weiß nur, dass ich nach dieser weiteren Quarantäne meines inzwischen Siebtklässlers hervorragend auf die Unterrichtsinhalte der Jahrgangsstufe vorbereitet bin.

Hannelore Flamm aus Aachen hat herausgefunden:

Corona ist das einzige Virus, das lange schläft: Morgens sitzen 25 Kinder in der Klasse, nachmittags darf jedes Kind sich nur mit einem Freund treffen ... Gute Nacht, liebe Politiker!

Fritz Wicke aus Aachen hat kein Verständnis für die „Corona-Rebellen“:

All diesen Besserwissern sollte der Krankenschutz für Corona aberkannt werden, wenn diese von Polizei oder Ordnungsamt erfasst sind. Warum soll die Allgemeinheit für diese Gegner der Sorgfaltspflicht auch noch für die Kosten aufkommen?!