Kommentiert: Keine Rente in Sicht

Kommentiert: Keine Rente in Sicht

Wer 60 Jahre alt wird, schielt vielleicht schon ein wenig auf die Rente. Wer wollte das jemandem übel nehmen, der Zeit seines Lebens hart gearbeitet hat. Und das hat das Friedenszeichen, das der Brite Gerald Holtom heute vor 60 Jahren präsentiert hat, wahrlich.

Denn ausgehend von der Anti-Atomkriegsbewegung wird es ganz schnell zum Symbol gegen den Vietnamkrieg, die friedensbewegten Hippies übernimmt es und schließlich benutzen es Kriegsgegner in aller Welt.

Von Rente kann beim Friedenszeichen keine Rede sein, denn leider gibt es immer noch genügend Einsatzmöglichkeiten für das Symbol. Allein 2017 verzeichnete die Hamburger Arbeitsgemeinschaft Kriegsursachenforschung 27 Kriege und vier bewaffnete Konflikte in Europa, Asien, Afrika und Südamerika. Das Friedenssymbol hat sich als universelles Zeichen des Protestes gegen jede Art von Krieg durchgesetzt. Ähnlich wie frühe Christen einander an einem gezeichneten Fisch erkannten oder das Kreuz heute als Symbol für christlichen Glauben steht, dient der Kreis mit dem Krähenfuß als Erkennungsmerkmal aller Pazifisten.

Da passt es auch, dass es zwischen den Verfechtern des Kreises und anderer Friedenssymbole — wie etwa die weiße Taube — kein Konkurrenzdenken gibt. Schließlich wäre ein Streit um das „wahre“ Friedenssymbol auch alles andere als friedlich. Dass Unternehmen und Geschäftsleute das Symbol zwischenzeitlich dafür missbraucht haben — um Tragetaschen oder T-Shirts zu verkaufen — geschenkt! Das ändert ja nichts an der Bedeutung des Zeichens: Frieden. Und daran kann man gar nicht oft genug erinnern.

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