Kommentiert: Keine Panik vor Cyberattacken!

Kommentiert: Keine Panik vor Cyberattacken!

Nach knapp 20 Jahren in der Onlinewelt mit einem guten Dutzend verschlissener Notebooks, Desktop-Computer und Smartphones, diversen selbst betriebenen Webseiten sowie nach exzessivem Gebrauch digitaler Bank- und Einkaufsangebote muss ich als Autor dieser Zeilen offenbaren: Ich hatte noch nie ein einziges gravierendes Problem mit Computerviren.

In einigen wenigen Fällen wurden Cyberattacken vom Virenscanner erkannt und abgewehrt. Glück gehabt? Nein. Wer ein paar einfache Grundregeln beachtet, der kann sich im digitalen Raum relativ gefahrfrei bewegen; der braucht sich auch nicht von hartnäckigen Technikverweigerern, die das „Internet der Dinge“ für Teufelzeug halten, belehren zu lassen.

Dass das Bundesamt für die IT-Sicherheit dennoch in regelmäßigen Abständen Alarm schlagen muss, belegt nur, wie es um die digitalen Kompetenzen in Deutschland bestellt ist. Das gilt leider keinesfalls nur für normale Verbraucher, denen im Zweifelsfall mit einem Workshop oder einem guten Ratgeberbuch geholfen ist. Auch in der Wirtschaft herrscht teilweise noch immer ein erschreckend laxer Umgang mit Cybersicherheit. Anders sind spektakuläre Fälle wie „WannaCry“ oder die Attacke auf Telekom-Router kaum zu erklären.

Diese sind allerdings nur die Spitze eines Eisbergs. Denn längst sind auch kleinere mittelständische Unternehmen ins Visier von meist ausländischen Hackern geraten. Und hier geht es um das Herzstück der deutschen Wirtschaft, um wertvolles Knowhow, um viel Geld und damit auch um Arbeitsplätze. Wer an der Sicherheit spart, der dürfte das bitter bereuen.

Kleine Anekdote am Rande: Bei einem Vortrag in der Region brüstete sich ein Hacker zuletzt damit, das Twitter-Konto des Digitalpolitischen Sprechers einer großen deutschen Partei geknackt zu haben. Der Politiker hatte als Passwort die Ziffern „1234“ gewählt. Noch Fragen?

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